[lang_de]
In Bezug auf seine Reichweite ist Twitter ein riesiger Erfolg und bleibt ein Phänomen. Viele Millionen Twitter-User auf der ganzen Welt wollen den Dienst nicht mehr missen. Trotz seiner Millionen von Usern hat es Twitter bisher noch nicht geschafft ein tragfähiges Geschäftsmodell hinter seinen Service zu packen (wie natürlich viele andere Web 2.0-Services auch, wobei diese in der Regel nicht über eine derart hohe Anzahl an aktiven Usern verfügen).
Bei Unternehmen die auf Reichweite ausgerichtet sind ist natürlich die Refinanzierung der Kosten über Advertising am naheliegendsten. Die Werbeindustrie scheint Twitter allerdings noch nicht so richtig als Vermarktungskanal identifiziert zu haben. Vermutlich liegt das an den bisher weitestgehend fehlenden Möglichkeiten Werbung auf Twitter zu schalten. Kurios erscheint nun allerdings, dass mit Twittad ein Anbieter auf den Markt getreten ist, der es den Twitter-Usern ermöglicht Geld mit Ihren Followern zu verdienen (warum bietet Twitter derartige Services nicht selbst an?). Das Prinzip ist einfach: Der Twitter-User gibt bei Twittad an, für wieviel Geld er eine Anzeige auf seinem Twitter-Profil verkaufen möchte. Werbetreibende die daran Interesse haben melden sich bei den twitternden User und nach der Einigung wird die Anzeige in Form eines Background-Images auf dem entsprechenden Profil platziert. Ein Nachteil hierbei ist selbstverständlich, dass die Anzeigen nicht geklickt werden können. TwittAd kontrolliert stündlich, ob das entsprechende Background-Image auf dem jeweiligen Profil noch ersichtlich ist und erhält für die Vermittlung eine Provision von fünf Prozent.
[/lang_de][lang_en]Sorry, but this post is only available in german. Click here to switch to the german version.[/lang_en][lang_de]
Überrascht war ich von den Preisen der zuletzt verkauften Werbeflächen. Hier ein paar Auszüge von der Twittad-Website:
antgalvin – Laufzeit 7 Tage – 69 Followers – 10 US-$
sebastian – Laufzeit 7 Tage – 142 Followers – 14 US-$
Hätte man die Möglichkeit hier einen TKP zu ermitteln, dann würde dieser sicherlich in einer sehr ordentlichen Höhe liegen. Der Grund dafür ist, dass man die Twitter-Feeds seiner Freunde ja nicht auf deren Profilseiten liest, sondern über Friendfeed oder andere Webservices/Software. Dies wiederum sorgt für sehr wenige Profilaufrufe – auch wenn man eine Vielzahl an Followern hat. Die einzige sinnvolle Möglichkeit auf Twitter zu werben wäre somit in den Messages selbst, was für den Nutzer allerdings extrem anstregend wäre und mit Sicherheit viele User stark vor den Kopf stossen würde.
Was mich etwas wundert ist wiederum, dass es noch keinen Anbieter gibt, der bezahlte Twitter-Posts verschicken lässt. Oder kennt Ihr da jemanden?
Generell scheint es mir für Twitter sehr schwer zu werden mit ihrem Business Case (von Geschäftsmodell kann man ja nicht wirklich sprechen) irgendwann Geld zu verdienen und damit die Kosten eigenständig ohne Venture Capital zu tragen. Einen sehr guten Artikel zur Monetarisierung der Twitter-Ökonomie kann ich hierzu auf Netzwertig empfehlen.
In einem sehenswerten Interview meinte der COO von Twitter (Jack Dorsey), dass die Monetarisierung der Plattform über die SMS-Funktionalitäten erfolgen soll. Nachdem der SMS-Service aber ja nun in allen Ländern bis auf die USA, Indien und Kanada auf Grund der hohen Kosten abgeschaltet wurde, scheint mir das dann doch etwas wage. Insbesondere zweifle ich auch daran, ob die User – in Zeiten der WLAN-Zugänge und iPhones – bereit sein werden für einen Twitter SMS-Service Geld zu bezahlen. Man darf gespannt sein und ich werde die Entwicklung natürlich mit Spannung weiter verfolgen! Kurzfristig scheint Twitter allerdings erstmal versorgt zu sein, nachdem vor kurzem eine Kapitalerhöhung über 15 Mio. US-$ (Bewertung ca. 60-80 Mio. US-$) erfolgreich durchgeführt wurde.
Hab mir vorgenommen in Zukunft Twitter auch etwas mehr aktiv zu nutzen (nein, natürlich nicht um über Twittad zu verdienen – wirklich nur just for fun). Wer Lust hat zu followen klickt hier.[/lang_de]
Schlagwörter:Microblogging, Twittad


