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Till OhrmannPosted on :
September 30, 2008
Nach den Interviews mit Thomas von Spirofrog und Malte von UniRank (in Kürze kommt auch der erste Beitrag von Malte) hat sich nun auch Dominik Hettich von bendecho den Interviewfragen gestellt.
Dominik, was macht bendecho? Welchen Mehrwert liefert bendecho den Usern?
Mitglieder können Links zu ihren Lieblingsvideos einstellen und so Videos aus den unterschiedlichsten Video-Portalen speichern sowie anderen zur Verfügung stellen. Durch diese Aggregation von Video-Tipps entsteht ein hochwertiges Best-Of-Videoverzeichnis, welches in der Darstellung wie ein klassisches Video Portal mit integriertem Social Networking funktioniert. Jeder kann mitmachen und Videos bewerten oder kommentieren. Auch das Einstellen von neuen Videos ist kinderleicht.
Seit wann ist bendecho online? Wie lange wurde an der ersten Version gearbeitet?
Anfang Februar 2007 ist bendecho online gegangen. Insgesamt wurde an bendecho rund vier Monate gearbeitet (von der Idee bis zur fertigen Website).
Wie gross ist das Team hinter bendecho und wie ist die Aufgabenverteilung?
Das Team besteht momentan aus zwei festen und einem freien Mitarbeiter. Je nach Bedarf werden noch weitere Freelancer eingesetzt. Die Aufgabenverteilung ist daher relativ übergreifend, jeder ist auf sein Kerngebiet spezialisiert und kann dennoch in anderen Bereichen aushelfen und unterstützen.
Wieviel Videos werden pro Tag bei bendecho im Durchschnitt angeschaut? Wieviel User sind bei bendecho angemeldet?
Täglich werden im sechsstelligen Bereich Videos von unseren über 100.000 registrierten Mitgliedern und Besuchern angesehen.
Welche Monetarisierungsstrategie verfolgt bendecho?
bendecho ist rein werbefinanziert. Dabei sind die Videos selbst allerdings tabu. Wir verwenden ausschließlich die offiziell angebotenen Embedding-Player, so dass die Videoportale die Hoheit über ihre Inhalte behalten.
Der Online-Werbemarkt hat nach wie vor ein hohes Wachstum und gerade eine jüngere Zielgruppe kann über die klassischen Medien wie Print oder TV immer schwerer erreicht werden. Daher werden sich Webseiten nach wie vor über Werbung finanzieren lassen. Dabei ist entweder eine spezielle Nische notwendig oder eben eine große Reichweite. Wir bieten zwar mit Kategorien und Tags durchaus eine brauchbare Kanalisierung, doch ist bei bendecho eher die Reichweite für eine erfolgreiche Vermarktung ausschlaggebend.
In der Presse war die letzten Wochen häufig von einer Abschwächung des Online-Werbemarktes die Rede. Wie ist Dein Eindruck zu diesem Thema? Ist eine Abschwächung bereits bei Bendecho zu spüren?
Soweit ich das sehe, ist von einer Abschwächung des Wachstums die Rede. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass gerade in möglicherweise schwierigeren Zeiten sich die Budgets weiter in Richtung Online verlagern, denn nur hier ist eine detaillierte Erfolgsmessung und Tracking möglich.
Wie hoch waren die Investitionskosten bei bendecho bisher? Wie hoch sind die monatlichen Betriebskosten im Augenblick und was ist der grösste Kostenblock?
Die Kostenstruktur sieht eigentlich wie bei jedem Startup aus: Server, Personal, Office, Marketing, etc. Die grössten fixen Kostenblöcke sind Server und Personal.
Wie finanziert sich bendecho? Wann ist der Break-Even erreicht?
Die Finanzierung erfolgte bisher aus eigenen Mitteln und trägt sich nun über den positiven Cash-Flow. Wie oben schon erwähnt ist Werbung das Mittel zur Monetarisierung. Eine konkrete Planung für die Aufnahme von Fremdkapital gibt es nicht, natürlich sind wir aber jederzeit gerne für Gespräche offen. Zusätzliches Kapital würden wir vor allem in die weitere Internationalisierung investieren.
Die Content-Lieferanten könnten Euch ja relativ einfach den Strom ausschalten, da die Abhängigkeit sehr stark ist. Fahrt Ihr nicht ein sehr hohes unternehmerisches Risiko, wenn Ihr ausschliesslich auf Fremdcontent setzt?
Natürlich könnten einzelne Anbieter die Auslieferung von Videos stoppen, doch die Vorteile für die Videoportale, egal ob groß oder klein, sind überdurchschnittlich hoch. Wir bieten letztendlich einen neuen Zugang zu den Inhalten der Lieferanten, so dass diese durch den Werbe- und Brandingeffekt enorm profitieren. Kleine Plattformen erhalten die Möglichkeit sich zu präsentieren und große Seiten können mittels bendecho ihre User durch die Flut an Videos zu den sehenswerten Inhalten lenken. Wenn man sich die Geschichte von YouTube ansieht, dann hat gerade die Embed-Funktion und die dadurch entstandenen viralen Effekte maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Zusätzlich bietet die weite Verbreitung der Inhalte große Erlöspotentiale über Video-Ads und beispielsweise einem Sharing wie es Revver anbietet.
Revver hat ein Programm das Webseitenbetreiber an deren Werbeerlösen beteiligt. YouTube beteiligt die Top-Produzenten an den Werbeerlösen, die mit deren Content erzielt werden. Deutsche Video-Plattformen sind bei Revenue-Shares noch zurückhalten. Rechnest Du damit, dass sich hier kurzfristig was bewegt? Habt Ihr bereits Erfahrungen mit dem Revver-Ansatz gemacht und Erlöse darüber erzielt?
Ich gehe durchaus davon aus, dass sich hier der Markt bewegen wird. Gerade die deutschen Anbieter sollten sich rechtzeitig positionieren, denn YouTube hat mit Google Adwords bzw. Adsense, welches übrigens auch bei Revver eingesetzt wird, ein leistungsfähiges System auf Abruf bereit. Revver wird bei uns, trotz der vergleichsweise wenigen Videos, erfolgreich angenommen und wir erzielen damit auch schon Erlöse.
Was waren bisher die grössten Schwierigkeiten mit denen Ihr zu kämpfen hattet?
Ein Startup bietet täglich neue Herausforderungen welche gemeistert werden wollen, sich da ein Thema herauspicken wäre sicherlich nicht gerecht. Gerade vermeintliche Kleinigkeiten entpuppen sich oft als wahrer Zeit- und Kostenfresser.
Welche Tipps kannst Du anderen Startups geben, wenn es um die Wahl des Vermarkters?
Man sollte einen Blick in das Gesamtportfolio des Vermarkters werfen und prüfen, ob das eigene Startup dazu passt. Ansonsten achte ich auf eine persönliche Ebene, um eventuelle Probleme oder Fragen auf kurzem Wege besprechen zu können. Daher haben wir uns mit der netpoint media für einen eher kleineren Vermarkter entschieden und fühlen uns gut betreut und vermarktet.
Was würdest Du anders machen, wenn Du bendecho oder ein anderes Startup nochmals neu gründen würdest?
Das lässt sich sicherlich nicht verallgemeinern, doch eine englischsprachige Version würden wir für ein ähnlich gelagertes Startup deutlich früher starten.
Herzlichen Dank an Dominik für das Interview! Allen Lesern empfehle ich das Oktoberfest-Special auf Bendecho und wünsche viel Spass damit.
