Geldvernichtungsmaschine Facebook? Jetzt mit Zahlen…

[lang_en]Sorry, but this post is only available in german. Click here to switch to the german version.[/lang_en][lang_de]Bei TechCrunch gab es heute ein extrem interessantes Posting von Michael Arrington zur Liquiditätssituation und den Kapitalbedarf bei Facebook. Nachdem Facebook in den Jahren 2007/2008 zwei Finanzspritzen von insgesamt 475 Mio. US-$ bekommen hat, war eigentlich davon auszugehen, dass die Liquidität der Gesellschaft erstmals als ausreichend bezeichnet werden kann. Board member Jim Breyer sagte 2007 noch, dass Facebook mit den Investorengeldern soviel Leute wie nötig einstellen kann und sich keine Gedanken über die Profitabilität oder einen Börsengang vor dem Jahr 2009 zu machen braucht.

Anschlussfinanzierung früher notwendig?

TechCrunch berichtet darüber, dass sich Facebook im Augenblick die Kapitalmärkte anschaut und gezwungen ist die nächste Finanzierungsrunde viel früher als ursprünglich geplant durchzuführen. Die Konditionen für diese Runde können deutlich unter der 15 Mrd. US-$ Bewertung der letzten Runde liegen.

Gründe für den Kapitalbedarf

Facebook wächst sehr stark und ist anscheinend selbst von diesem Wachstum etwas überrollt worden. Vor einem Jahr zählte Comscore noch 74 Mio. Unique Users im Monat und 35 Mrd. Pageviews. Innerhalb des letzten Jahres sind die Unique Users um 118% auf 161 Mio. und die Pageviews um 74% auf 61 Mrd. gewachsen. Insbesondere die Übersetzungen der Plattformen werden auf TechCrunch für das Wachstum angeführt. Mit dem Wachstum sind natürlich auch entsprechende Kosten verbunden.

Kostenfaktoren

Sehr interessant finde ich die Ausgaben, die mit den Nutzerzahlen von Facebook verbunden sind. Nachfolgend ein paar Kostenblöcke, die wirklich beachtlich sind:

- Monatliche Stromkosten: Über eine Million US-$ Dollar pro Monat

- Bandbreite: 500.000 US-$ pro Monat

- Anschaffungskosten für neue Server: 2 Millionen US-$ pro Woche

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- Mieten für Büroräume und Datencenter: 15 Mio. US-$ pro Jahr

- Personalkosten für 750 Angestellte: 10 Mio. US-$ pro Monat

Wirklich beachtliche Zahlen. Insbesondere die 2 Mio. US-$ pro Woche für neue Server und die Stromkosten von 1 Mio. US-$ pro Monat find ich gewaltig und hätte ich so nicht erwartet. TechCrunch führt noch an, dass insbesondere das Wachstum und der damit verbundene Speicherbedarf das Problem ist (Speicherbedarf wächst auch, wenn die Unique Users nicht wachsen) und man gut und gerne nochmals 100 Mio. US-$ oder mehr pro Jahr an Kapitalbedarf hinzurechnen kann.

Einnahmen

eMarketer prognostizierter für Facebook 2008 Werbeeinnahmen in Höhe von 265 Mio. US-$. Werbung ist im Augenblick die einzige Einnahmequelle von Facebook. Hier wird schnell klar, dass Facebook sehr viel Geld verbrennt. Es ist absolut unklar, ob Facebook es schafft die Einnahmen schneller nach oben zu treiben als die damit verbundenen Kosten.

Ein weiteres Problem auf der Einnahmenseite ist die Tatsache, dass mittlerweile nur noch ein Viertel der Facebook-User aus den USA kommen und Facebook die User in anderen Ländern deutlich schlechter monetarisieren kann, da in diesen die Werbeausgaben im Internet in der Regel deutlich unter denen in den USA liegen. TechCrunch hat hierzu ein Modell entwickelt, welches versucht die großen Social Networks auf Basis der Werbeausgaben in einzelnen Ländern in Relation zu den Userzahlen der Networks in den entsprechenden Ländern zu bewerten.

Nicht zu verachten ist demnach auch die Tatsache, dass es in USA einen wahren Kampf um die User zwischen MySpace und Facebook läuft. Laut TechCrunch benötigt Facebook rund 18 Jahre um MySpace im Hinblick auf die US-Nutzerzahlen zu überholen.

Gesamtwirtschaftliche Lage

Nach den letzten Finanzierungsrunden war davon auszugehen, dass Facebook noch immer ein gutes Kapitalpolster hat. Dem Anschein nach ein Trugschluss! Bei der oben erläuterten Burn-Rate ist dem definitiv nicht so und ein großer Teil der Finanzspritzen von 475 Mio. US-$ dürfte bereits verbraucht sein. Hinsichtlich weiterer Finanzierungsrunden kommt erschwerend hinzu, dass die gesamtwirtschaftliche Lage nicht allzu rosig ist und der Ausblick beschönigend lediglich mit “bewölkt” umschrieben werden kann. TechCrunch führt an, dass die liquiden Mittel von Facebook deutlich schneller verbraucht sein werden, wenn die Einnahmen nicht wesentlich schneller wachsen. Die Einnahmen für 2008 werden wohl rund 100 Mio. US-$ unter den vor einem Jahr prognostizierten Werten liegen werden.

Angeblich soll der Facebook CFO Gideon Yu diese Woche in Dubai sein und vermutlich mit Dubai International Capital Gespräche bzgl. eines Einstiegs führen. Bei der aktuellen Bewertung von Facebook wird es laut TechCrunch extrem schwer neues Kapital zu bekommen und US-Investoren (VCs und Hedge Funds) sind an einem Einstig nicht interessiert oder es ist ihnen im Augenblick nicht möglich zu investieren. Weiterhin prognostiziert TechCrunch, dass es zu einem starken Einbruch der Bewertung kommt, wenn in den nächsten 12-18 Monaten kein frisches Kapital aufgenommen werden kann. Das IPO-Fenster hierfür dürfte in diesem Zeitraum verschlossen bleiben.[/lang_de]


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