Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen Zeitraums, der zwischen einer ersten Finanzierungsrunde eines Startups und dem Exit vergeht. Wie unschwer zu erkennen ist, vergrößerte sich in den vergangenen sechs Jahren der Zeitraum zwischen erster Finanzierungsrunde und Exit pro Jahr um mindestens ein halbes Jahr. Quelle: Lightspeed Ventures Partner Blog Zu Zeiten des ersten Internet-Hypes gelang der Exit im Durchschnitt innerhalb von zwei bis drei Jahren. Man muss sich dabei vor Augen führen, dass hier nur der Durchschnitt betrachtet wurde, also durchaus auch deutlich schnellere Exits Gang und Gebe waren. Zwischen dem Jahr 2001 und 2007 hat sich die durchschnittliche Zeitspanne für einen Exit mehr als verdreifacht! Die Daten für 2008 werden aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage vermutlich noch höher liegen. Ich denke, dass kaum jemand diese Entwicklung im Vorhinein antizipiert hat, so dass aus dieser einfachen Grafik schwerwiegende Probleme bei manchen Risikokapitalgesellschaften zu vermuten bzw. erwarten sind. Auswirkungen auf Investorenseite Interessant wäre aus diesem Grund eine Gegenüberstellung der tatsächlichen Verweildauern der letzten Jahre mit den von Business Angels oder Venture Capital-Gesellschaften prognostizierten durchschnittlichen Verweildauern ihrer Investments. Meine Erfahrungswerte legen hier eine deutliche Diskrepanz offen. Das heißt im Klartext, dass die Investitionsrechnungen der meisten Risikokapitalgesellschaften schlichtweg falsch sind. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass sich durch die Schwierigkeiten des Exits die ein oder andere VC-Gesellschaft nicht halten wird, sofern sie prognostizierte Zeiträume für die Kapitalrückflüsse aus ihren Fonds nicht einhalten können. Auswirkungen für Gründer Auf der anderen Seite müssen natürlich auch Startup-Gründer ihre Planungen auf die längeren Zeiträume abstimmen (sofern sie stark exitorientiert handeln). Wie viel Kapital für sieben Jahre benötigt wird und wie viele Finanzierungsrunden sinvollerweise über diesen Zeitraum abzuschliessen sind, sind nur zwei Fragen, die man sich als exitorientierter Gründer stellen muss.

5 COMMENTS

  • Knots

    Vielleicht eine dumme Frage, aber was ist denn ein Exit?

  • http://www.seedfinance.de Daniel Verst

    Ein Exit kann der Verkauf des Unternehmens ein an anderes Unternehmen sein, aber auch ein IPO. Eine komplette Überischt findest du z. B. hier: http://www.foerderland.de/1668.0.html

    Die in der oben beschriebenen Studie ausgewerteten Exits waren alles Anteilsverkäufe, keine Börsengänge.

  • http://www.seedfinance.de Andi

    Auch Wikipedia liefert eine sehr schöne Definition:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Venture_Capital

  • http://www.seedfinance.de Daniel Verst

    Da liefert Wikipedia eine wunderbare Bestätigung meiner These, dass die Investoren nicht mit den aktuellen, nachgewiesenen Zahlen rechnen.

    Auszug aus Wikipedia:
    "Nach zwei bis fünf Jahren [...] wird der Exit [...] angestrebt.

    Aktuell liegen wir wahrscheinlich bei über sieben Jahren...

  • http://www.vincentnicolai.de Vincent Nicolai

    interessanter Beitrag!

    Ergänzend hier noch eine Grafik, die ich vor einiger Zeit verwendet habe:

    http://venturebeat.com/wp-content/uploads/2008/10...