Post by :
Till OhrmannPosted on :
November 17, 2008
Die Geschichten um mögliche Verkäufe und Übernahmen von StudiVZ scheinen nicht abzureißen. Eine Beteiligung an StudiVZ ist anscheinend für viele (noch) ein begehrliches Ziel. War bis vor kurzem noch Facebook als potentieller Käufer im Gespräch, so berichtet der Netzökonom heute, dass StudiVZ mit United Internet Verhandlungen über eine Minderheitsbeteiligung führte. Doch wie auch bei Facebook, eine Beteiligung von United Internet an StudiVZ kam nicht zustande. Leider wurden keine Gründe für das Scheitern der Verhandlungen bekannt. Ich vermute, dass unterschiedliche Bewertungsvorstellungen die Ursache für das Scheitern der Gespräche waren.
Probleme von United Internet
Das Internetschwergewicht United Internet steht vor größeren Problemen, die sich kurz in folgenden Punkten zusammenfassen lassen:
- Das Wachstum der Portale Web.de und GMX stagniert seit einiger Zeit. Beide Portale haben den Sprung ins Web 2.0-Zeitalter nicht geschafft. Der Portalchef und Web.de-Mitgründer Matthias Greve musste das Unternehmen aus diesem Grund bereits verlassen.
- Die Versuche über ein eigenes Social Network im Web 2.0 Fuß zu fassen und dadurch Reichweite für die Vermarktungssparte zu generieren, können als gescheitert betrachtet werden. Die Community UndDu konnte sich am Markt nicht etablieren.
- Der Vertrieb von DSL-Anschlüssen unterliegt einem harten Konkurrenzkampf, der über den Preis geführt werden muss. Dementsprechend sind die Margen im Keller. Zusätzlich hat United Internet im Q3/2008 170.000 Kunden verloren, die dem Unternehmen nach Ablauf ihres 2-Jahres-Vertrages den Rücken gekehrt haben. Im gleichen Quartal wurden nur 190.000 neue Kunden gewonnen. Für das vierte Quartal 2008 wurde die Prognose von ursprünglichen 100.000 Neukunden auf 60.000 reduziert (-40 Prozent).
- Die konjunkturell bedingte Abschwächung am Werbemarkt bekommt United Internet in diesem Jahr stark zu spüren. In den ersten neun Monaten 2008 reduzierte sich das Ergebnis vor Steuern des Online-Marketing-Segments um 42,3 Prozent auf 8,6 Mio. Euro (Q1-Q3 2007: 14,9 Mio. Euro).
- Die strategischen Beteiligungen an Freenet, Versatel und Drillisch führte im letzten Quartal zu hohen Abschreibungen. Auf Grund der konjunkturellen Lage können die Beteiligungen im Augenblick nicht verkauft werden.
