Mit 43 Investments in den letzten zwölf Monaten ist der High-Tech Gründerfond der aktivste Venture Capital-Investor in Europa (Stand: Ende Q1/2008). Und das obwohl er ausschließlich in deutsche Unternehmen investiert. Dies ermittelte Library House, ein in Cambridge sitzendes Research-Unternehmen. Die Meldung ist zwar schon etwas älter, aber dennoch find ich die Tatsache sehr interessant.

Bild deutscher Investoren in Holland

Boris Veldhuijzen van Zanten von TheNextWeb hat mich mit seinem gestrigen Posting auf die Untersuchung von Library House aufmerksam gemacht. Unter dem Titel "Need Funding? Try Germany" geht er auf schön ironische Art auf die Investitionslust des High-Tech Gründerfonds ein und fordert alle Startups auf zu helfen, dass auch wirklich das komplette Geld ausgegeben werden kann. Im gleichen Atemzug geht er auch auf die Besonderheiten bei Vertragsverhandlungen mit Deutschen ein und liefert Tipps für Verhandlungen mit deutschen Geldgebern:

  • Never touch them. They don’t like it. No hands on shoulders or patting on backs.
  • Keep things formal, even during dinner or when they seem relaxed.
  • If they make you an offer, in general, that is the amount they want to spend. The first offer is what they think is reasonable and not an invitation to a counter offer unless you have a REALLY good reason to make one.
  • If they seem angry during the negotiations don’t panic. That is just the way they negotiate.

Anzahl Investments europäischer VCs

Es bleibt anzumerken, dass Boris ein Holländer ist. Aber zurück zur Auswertung von Library House. Nachfolgend das Ranking der europäischen VCs auf Basis der Anzahl ihrer Investments (inkl. Folgefinanzierungen):

Auch bei der Betrachtung der Neuinvestments sind die deutschen VCs ganz vorne dabei, wie folgende Tabelle offenbart:

Leider hat Library House kein Ranking auf Basis des Volumens der Investments vorgenommen, sondern lediglich die Anzahl der Deals untersucht. Interessant ist in diesem Zusammenhang noch folgender Satz:

The string of new deals by German VC firms over the past year comes as some perennially active European VCs are scaling down their new investment activity.

Investitionslust deutscher VCs

Man muss sich natürlich schon fragen, warum die deutschen VCs auf einmal mehr Investments machen und in allen europäischen Ländern die Anzahl der Neuinvestments in den letzten Jahren tendenziell rückläufig war (man bemerke, die Untersuchung wurde VOR der Finanzmarktkrise durchgeführt).

Fazit

Die Qualität der Investments wird sich leider erst in ein paar Jahren zeigen. Aber spannend wird das Ergebnis einer qualitativen Analyse mit Sicherheit. Es bleibt zu hoffen, dass nach dem quantitativen Anstieg der Investments die Qualität dieser nicht leiden musste.

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