Über die Zahl der "kleinen" Startups, deren Start- oder Anschlussfinanzierung in der nächsten Zeit sehr schwierig wird, kann nur spekuliert werden. Offensichtlicher ist das Beispiel Facebook, welche diese Tage die Einstellung Ihres Mitarbeiter-Aktienverkaufs-Programm verkündeten. Der Grund: fehlende Nachfrage.

Mitarbeiter-Aktienverkaufs-Programm

Die Grundidee für das Verkaufsprogramm war, den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben Aktienbestände bis zu einem Wert von 900.000 US-$ oder maximal 20 Prozent ihrer Anteile zu verkaufen. Unter Motivationsgesichtspunkten sicherlich eine gute Idee. Und vor einem Jahr hätten die Papiere auch sicherlich noch einen guten Preis erzielt. Heute nicht mehr. Zur Erinnerung:

Märchen: 15 Mrd. Microsoft-Validation

Die Beteiligung von Microsoft an Facebook war völlig überbewertet und wurde oftmals im falschen Zusammenhang dargestellt. Microsoft hatte sich für 240 Millionen US-Dollar einen Anteil in Höhe von 1,6 Prozent an Facebook gesichert. Damit einher ging allerdings, dass Microsoft die Rechte an der Vermarktung von Facebook erhält. So dass die errechnete Bewertung von 15 Mrd. US-Dollar als ziemlich aus der Luft gegriffen angesehen werden muss.

Dann doch eher 4 Mrd., oder!?

Laut Techcrunch lag die Bewertung für die Mitarbeiter-Aktien nun bei ca. 4 Mrd. US-Dollar. Doch anscheinend konnte auch diese Bewertung keinen Käufer überzeugen, so dass das Mitarbeiter-Aktienverkaufs-Programm nun komplett eingestellt wird. Facebook steht wie viele der einzigen Stars unter Zugzwang. Eine wirklich überzeugende Monetarisierungs-Strategie konnte bisher nicht vorgelegt werden. Zusätzlich drücken die hohen Kosten mögliche Gewinne. Die Einstellung des Programms zum Aktienverkauf wird zusätzlich auf die Motivation der Mitarbeiter drücken.

Fazit

Exemplarisch zeigt Facebook, dass die Finanzkrise nun auch im Web angekommen ist. Besonders die reichweitenstarken Seiten wie Facebook, Twitter, StudiVZ, etc. können oftmals kein - für die Investoren überzeugendes - Geschäftsmodell vorweisen. Überspitzt formuliert wird das ein oder andere Unternehmen aktuell eher als Credit Default Swap auf amerikanische Immobilienkredite gesehen, denn als solides (Frühphasen)Investment.

UPDATE

In penibler Kleinarbeit hat der Dienst GigaOM Zahlen zur Mitarbeiterentlassungen bei Portfoliountenrehmen von Sequoia Capital zusammengetragen. Allein Zappos entlässt demnach 128 Mitarbeiter. Sequoia Capital ist einer der erfolgreichsten VC's der letzten Jahre, so dass die Entlassungen sicherlich nicht ohne Grund vorgenommen werden. Ein weiterer Baustein, der verdeutlicht, dass die Krise auch bei jungen Internetunternehmen angekommen ist.

Einen immer aktuellen Stand gibt der "TechCrunch Layoff Tracker", welcher wohl den größten Datensatz bzgl. Entlassungen für den Internetsektor tagesaktuell auflistet.

5 COMMENTS

  • http://www.lesereins.de/2008/12/09/trifft-die-finanzkrise-auch-die-aufmerksamkeitsoknomie/ LeserEins » Blog Archive » Trifft die Finanzkrise auch die Aufmerksamkeitsökonomie?

    [...] denn diese ist a) sehr volatil und b) kann das Mittel der Werbung schnell entzogen werden. Auch Seedfinance berichtet heute in Finanzmarktkrise erreicht Web 2.0, dass Facebook-Aktien nicht mehr das Interesse [...]

  • http://www.defc0n1.net Fabian Kliem

    Jetzt merken sie eben alle das sie sich falsch monetarisiert haben. Es ist eben doch nicht so einfach sich rein über Werbung zu finanzieren. Sehr traurige Angelegenheit...mir fallen genug Möglichkeiten ein um sich mit facebook dumm und dämlich zu verdienen...

  • Daniel Verst

    Das hört sich sehr interessant an Fabian. Würdst du uns an einer deiner Ideen teilhaben lassen!?

  • http://www.seedfinance.de/2008/12/16/facebook-verliert-90-prozent-an-wert/ Dramatischer Wertverlust bei Facebook | Seedfinance

    [...] schon im Artikel “Finanzmarktkrise erreicht Web 2.0” erwähnt, ist die Facebook Bewertung von 15 Mrd. US-Dollar (Microsoft hatte sich für 240 [...]

  • http://www.prepaid-kreditkarte.tv Wheeldsmism

    awsome post..
    check out Prepaid Kreditkarten

    frieden