5. Januar 2009 - 08:48 Uhr
Wrap-up #4: Smava, FuckedCompany, AdultFriendFinder
Posted by: Andreas Dengler
Die P2P-Lending-Plattform smava expandiert zum Jahresauftakt 2009 nach Polen. Dies gab der smava-CEO Alexander Artopé am Sonntag im exklusiven Interview mit P2P-Banking.com bekannt. Die polnische Plattform geht heute online. Für die Expansion nach Polen eröffnete smava ein Büro in Wroclaw, welches von einem polnischen Management geführt wird. Interessant find ich, dass das polnische Aufsichtsrecht keine Banklizenz für das Kreditgeschäft zwischen Privatpersonen erfordert. Anders als in Deutschland ist es smava so in Polen möglich, Kredite direkt zwischen Privatpersonen zu vermitteln, ohne dass ein Kreditinstitut dazwischen geschaltet sein muss.
Kommt FuckedCompany.com wieder?
Die Gerüchte verdichten sich, dass die im Jahr 2000 extrem erfolgreiche Website fuckedcompany.com wieder von den Toten aufersteht. FuckedCompany hat sich durch das Sammeln von Gerüchten und Berichten über Entlassungen, Firmenpleiten und anderen Dot.com-Fiaskos während des Platzens der Internet-Blase im Jahr 2000 auf internationaler Ebene einen Namen gemacht. Gegenüber TechCrunch äußerte sich Philip Kaplan, der Gründer von FuckedCompany, welcher im Anschluss Adbrite gründete und aktuell mit seinem neuen Startup Kaplan Index in den Startlöchern steht.
Ein unterhaltsames Interview mit Philip Kaplan hab ich bei Golem ausgegraben. Ist zwar schon etwas älter, aber in gewisser Weise immernoch aktuell. Folgenden Satz find ich sehr spannend:
Ich bin mir sicher, dass es Tausende von Leuten gibt, die online Geld verdienen - vor allem Ein-Mann-Firmen, wie Fuckedcompany. Irgendein Typ, der Kontaktlinsen über eine Storefront bei Yahoo vertickt, eine Frau, die ein paar Tausender pro Woche mit dem Web-Absatz von Schmuck macht… Das sind die echten Geschichten, nicht dieser 100-Millionen-Dollar-Risikokapital-Müll.
Überzeugt Online-Porno die Börsen?
Mit dem Börsengang eines Internetunternehmens hat beim aktuellen Marktumfeld vermutlich keiner gerechnet. Doch das Friend Finder Network (bis zur Übernahme von AdultFriendFinder lautete der Firmenname Penthouse Media Group) plant genau diesen Schritt. Hier gibt es eine Übersicht der vom Friend Finder Network betriebenen Seiten, welche laut eigenen Angaben auf rund 270 Mio. User kommen und durchschnittlich 19,06 Mio. US-$ Umsatz pro Monat generieren. Zusätzlich ist das Friend Finder Network noch der Herausgeber der Penthouse Magazine.
460 Mio. US-$ sollen über den Börsengang eingenommen werden. Allerdings hinterlässt die IPO-Ankündigung einen faden Beigeschmack, da mit dem frischen Kapital nicht etwa Expansionspläne verfolgt werden, sondern dieses zur Schuldentilgung eingesetzt wird. Die New York Times berichtet, dass das Friend Finder Network Probleme hatte neue Investoren außerhalb der Börse zu finden. Auch nicht unbedingt vertrauenserweckend ist, dass eine kleine und unbekannte Investmentbank aus Moskau den Börsengang vorbereiten und begleiten soll. Ich bin gespannt, was aus den IPO-Plänen wird…


