Xobni, der Anbieter eines Outlook-Plugins zum effizienteren Bearbeiten von E-Mails,
gab bekannt, dass die zweiten Finanzierungsrunde mit einer Finanzspritze von 7 Mio. US-$ abgeschlossen wurde. Insgesamt konnte das Unternehmen nun 11,4 Mio. US-$ an Investorengelder akquirieren. Der Lead-Investor der zweiten Runde ist
Cisco Systems. Durch das Corporate Venture Capital von Cisco dürfte Xobni dem Ziel, im Jahr 2009 mehrere Unternehmen für seinen Service zu begeistern, deutlich näher gekommen sein. Die Gewinnung von Unternehmenskunden ist für Xobni
extrem wichtig, da in diesem Bereich letztlich Geld verdient wird.
Sehr interessant find ich den Ansatz von Xobni. Anstatt ein neues Social Network aufzubauen, wird über den angebotenen Service ein Netzwerk in einen bestehenden und bereits etablierten Kommunikationskanal (E-Mail) integriert. Bill Gates
huldigte Xobni einst als "the next generation of social networking." Die Übernahmegespräche zwischen Microsoft und Xobni
scheiterten im April letzen Jahres. Ein
Video, welches die Funktionsweise und den Nutzen des Services erläutert, gibt es auf der Website von Xobni.
Etwas überrascht war ich beim Lesen des
VentureBeat-Artikel zur Kapitalerhöhung. Dort wurde auf das deutsche Produkt
Lookeen hingewiesen, welches von der Karlsruher
Axonic GmbH veröffentlicht wurde und (nach eigenen Aussagen) die bessere Alternative zu Xobni darstellen soll. Erschreckend, dass man von einem deutschen Startup über die amerikanische Presse erstmalig hören muss.
CyberOne Award 2009
Der Business Plan-Wettbewerb
CyberOne Award 2009 ist in seiner elfjährigen Geschichte dieses Jahr zum ersten mal bundesweit ausgeschrieben. Veranstaltet wird der Wettbewerb von
Baden-Würrttemberg: Connect (bwcon). Als eines der erfolgreichsten Technologienetzwerke in Europa verbindet
bwcon über 420 Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Mehr als 4.400 Experten profitieren von der systematischen Vernetzung über die bwcon-Plattform. Beim CyberOne Award 2009 gibt es Preise im Gesamtwert von 110.000 Euro zu gewinnen. Ziel des Wettbewerbs ist es Unternehmer und Gründer mit innovativen Konzepten und Strategien zu finden, die Märkte revolutionieren und neue Standards setzen. Die Teilnahmefrist für den Award 2009 endet am Montag, 12. Januar 2009. Für alle kurzentschlossene Startups mit Sicherheit eine tolle Chance.
DownToEarth.com - Ende der kostenpflichtigen Online-Dating-Portale?
Jennifer Van Grove
stellt sich auf Mashable die interessante Frage, ob die Ära der kostenpflichtigen Online-Dating-Portale vorüber ist. Anlass hierzu ist der Launch der Plattform
DownToEarth.com, einem Anbieter von kostenlosem Online-Dating, was soweit nichts besonderes ist. Das Interessante an DownToEarth ist, dass die Plattform ein Teil der IAC (InterActiveCorp) Familie ist, welche im Jahr 1999 den Marktführer im Bereich Online-Dating
match.com übernommen hat.
Hier stellt sich unweigerlich die Frage, warum sich ein Konzern wie IAC einen Konkurrenten im eigenen Haus züchtet? Versucht IAC verlorene Marktanteile von match.com über eine kostenlose Plattform zu kompensieren? Der Erfolg von Seiten wie
Plentyoffish unterstreicht die Tendenzen, dass kostenpflichtige Online-Dating-Portale einer schweren Zukunft entgegenblicken. Auch Markus Frind, Gründer von Plentyoffish,
äußert sich heute in seinem Blog zu DownToEarth und der Strategie von IAC. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich unweigerlich die Frage nach der Monetarisierungsstrategie von kostenlosen Portalen, auf die DownToEarth vermutlich auch noch keine Antwort gefunden hat.
Beachtlich ist, dass Plentyoffish mit 1,2 Mrd Page Impressions pro Monat und ca. 500.000 Unique Logins pro Tag auf
30.000 US-$ Umsatz pro Tag kommen soll - und das bei einer Personalstärke von wenigen Personen. Zur Personalstärke empfehle ich die
About-Seite des Portals zu lesen. Wie lange wird es noch dauern, bis sich auch im deutschsprachigen Raum ein kostenloses Dating-Portal durchsetzt und sich zu einer ernsthaften Konkurrenz für
Friendscout24,
ilove, etc. entwickelt.
Prognose für die Venture Capital-Branche
Gleich zwei hervorragende Artikel beschäftigen sich aktuell mit der Stimmungslage der Venture Capital-Branche. Zum einen geht Wolfgang Seibold, Partner beim VC
EarlyBird, in der
enable-Kolumne der
Financial Times Deutschland auf die
Konsequenzen des wirtschaftlichen Abschwungs für Hochtechnologie-Unternehmen ein, welche tendenziell einen hohen Bedarf an Risikokapital haben.
Zum anderen blickt
Andreas Göldi von Netzwertig
kritisch auf die Aktivitäten der VCs in den letzten zehn Jahren zurück und betrachtet deren Performance. Anlass zu seinem Rückblick ist ein
Forbes Artikel, welcher kurz vor Weihnachten erschienen ist. Auch die Kommentare auf Netzwertig sind sehr lesenswert. Insbesondere die von Felix A. nachfolgend zitierte These ist sehr interessant:
Meine These lautet daher, wir brauchen eine neue große Innovation als Motor. So wie damals das Fernsehen, das Internet, die digitale Kamera oder etwas ähnliches. Aber sonst sieht es mMn bald düster aus und die Grenze des natürlichem exponentiellen Wachstums ist erreicht.
Was könnte eine derartige große Innovation sein?
Facebook bald kostenpflichtig?
Die schweizer Nachrichtenseite
20min.ch heizt die Spekulationen darüber an, ob Facebook evtl.
kostenpflichtige Accounts einführt, mit denen dann das gesamte Angebot genutzt werden kann. Ich persönlich gehe nicht davon aus, dass dies geschehen wird. Nichtsdestotrotz sind die knapp 120 Kommentare zu diesem Artikel sehr unterhaltsam.