15. Januar 2009 - 07:39 Uhr
Wrap-up #11: Skype-Gründer ist Pleite, Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB), Ausblick 2009
Posted by: Andreas Dengler
Morten Lund, Mitgründer von Skype, wurde durch den Verkauf seines Startups an eBay reich. Das Auktionshaus zahlte im Jahr 2005 satte 2,6 Milliarden Dollar für Skype. Morten Lund investierte das Geld aus seinen Anteilen anschließend in über 80 Unternehmen verschiedener Branchen (vom Internet bis hin zu alternative Energien). Morten Lund ist, den Angaben seines Blogs zufolge, u.a. auch an den deutschen Startups Mixxt, Rabatt.net und sMeet beteiligt. Am Dienstag musste Morten Lund vor dem Kopenhagener Handelsgericht den persönlichen Konkurs erklären. Mit dem Kauf der dänischen Gratistageszeitung Nyhedsavisen hatte er sich verspekuliert und lt. TechCrunch rund 10 Mio. Dänische Kronen (rd. 1,4 Mio. Euro) verloren.
KPCB besorgt über Liquidität bei Portfoliounternehmen
Einer der renommiertesten Investoren aus dem Silicon Valley, Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB), ist besorgt über die Liquidität einiger Portfolio-Companies ihres 11. (2004) und 12. (2006) Fonds. KPCB wird aus diesem Grund einen weiteren Fonds auflegen, dessen einziges Ziel es ist, Portfoliounternehmen der früheren Fonds mit Liquidität zu versorgen, sofern dies in der wirtschaftlich schwachen Phase notwendig werden sollte (via).
Weiterhin ist heute bekannt geworden, dass KPCB das Fundraising für die im vergangenen Jahr geschlossen Fonds “Fund XIII” (700 Mio. US-$) und “Green Growth Fund” (500 Mio. US-$) erneut öffnet. Erstmalig werden diese Fonds sogar ausdrücklich für neue Investoren geöffnet, was es in der Geschichte von KPCB bisher so noch nicht gegeben hat. Die Gesellschaft hat bisher nur mit der Crème de la Crème zusammengearbeitet und konnte sich ihre Investoren aussuchen. Das erneute Öffnen der Fonds lässt darauf schließen, dass einzelne Investoren Probleme haben die Capital Calls (Abruf zugesagter Mittel durch VC) zu erfüllen. Zu betonen bleibt allerdings, dass KPCB vermutlich keine Probleme hat neue Investoren zu akquirieren.
Was bringt 2009 für Startups?
Gründerszene hat den ersten Teil einer Expertenumfrage zum Thema “Was bringt 2009 für Internetgründer?” online gestellt. Als Vorgeschmack auf den Artikel hier nur zwei Expertenantworten kurz rekapituliert. Jochen Klüppel von Grazia Equity sieht das Bewertungsniveau von Startups heute 50 Prozent niedriger als noch vor 12 Monaten und empfiehlt allen Startups ihre Burn-Rate so gering wie möglich zu halten, um dadurch Verwässerungseffekte bei notwendigen Kapitalerhöhungen so gering wie möglich zu halten. Die rasche Kommerzialisierung der Projekte sollte seiner Meinung nach eindeutig im Mittelpunkt stehen.
In dieselbe Richtung gehen erwartungsgemäß auch die Ausblicke der anderen Investoren. Andreas Thümmler von Corporate Finance Partners zitiert treffenderweise MIT-Professor Ken Morse mit seiner CFIMITYM-Formel, welche im Klartext heißt “Cash-Flow is more important than your mother”. Ich freue mich auf den zweiten Teil der Serie, in dem dann vermutlich dann die Startup-Gründer zu Wort kommen.


