
Wieviel ist
Twitter wert? Diese Frage dürften sich vermutlich schon viele gestellt haben. Das Unternehmen betreibt zwar eine äußerst beliebte Kommunikations-Plattform, allerdings fehlt hinter dieser noch ein tragfähiges Geschäftsmodell. Vor kurzem hat Twitter noch eine
Übernahmen durch Facebook für 500 Mio. US-$ ausgeschlagen, welche überwiegend in
Facebook-Anteilen hätte bezahlt werden sollen.
TechCrunch
berichtet nun, dass Twitter eine Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 250 Mio. US-$ abgeschlossen hat. Unbestätigten Quellen zufolge soll
Institutional Venture Partners eingestiegen sein. Weiterhin berichtet TechCrunch, dass Twitter bei seiner Suche nach Investoren, die zu einer Bewertung von 250 Mio. US-$ bereit sind einzustiegen, mehr als eine Absage bekommen hat.
Falls Twitter tatsächlich eine Finanzierungsrunde zu einer Bewertung von 250 Mio. US-$ abschließen konnte, dann wäre
Jeremiah Owyang zufolge jeder aktive Twitter-User mit 73,52 US-$ bewertet. Und das, obwohl die vielen User bisher nichts als enorme Kosten verursachen...
DLD: Zukunft der Medien, Welt ohne Verleger
Die Financial Times Deutschland
berichtet über eine interessante Debatte auf der
DLD, an welcher u.a. auch
Michael Arrington von
TechCrunch beteiligt war. Bei der Debatte ging es darum, ob die klassischen Verleger zukünftig noch gebraucht werden.
Carolyn McCall, die Chefin des britischen Verlagshauses
Guardian Media Group, erläutert das Dilemma, in welchem die Medienkonzerne stecken. Das Flaggschiff des britische Traditionshaus, die Tageszeitung "
Guardian", erreicht mit der Printpublikation 350.000 Leser. Online werden dagegen 27 Mio. Nutzer weltweit erreicht. Trotz der deutlich höheren Reichweite über das Netz, werden dort nur 25 Prozent des Umsatzes generiert (ich persönlich hätte weniger geschätzt). McCall zufolge können die Tageszeitung alleine mit diesen Umsätzen nicht überleben.
Marissa Mayer von Google im Interview
Passend zur oben genannten Debatte auf der DLD
veröffentlichte der Netzökonom ein Interview mit
Marissa Mayer, welche bei Google die Entwicklung der Suchmaschine maßgeblich voran treibt. Im Interview wird Marissa Mayer mit der Tatsache konfrontiert, dass viele Verlage enttäuscht sind, weil Google Adsense ihnen nicht die erhofften Erlöse bringt. Als Antwort führt sie an:
Eric Schmidt hat in der Vergangenheit schon gesagt, dass die Online-Werbemodelle mit Nachrichten, vor allem mit Qualitätsjournalismus, effektiver werden müssen. Auf diesem Feld muss noch mehr Erfahrung gesammelt werden.
Liegt das Problem der Verlage somit nicht an ihrem Geschäftsmodell, sondern an der Effektivität der für dieses Segment verfügbaren Online-Werbemodelle? Wie könnten Online-Werbemodelle aussehen, die für den Qualitätsjournalismus effektiver sind als die bisher am Markt vorhandenen? Interessante Fragen... Wer die Antwort darauf hat, ist mit Sicherheit ein gemachter Mann (bzw. eine gemachte Frau).
Beaufsichtigung von P2P-Kreditplattformen
Das Europäische Parlament
beschäftigt sich mit einer zukünftigen Regulierung des P2P-Kreditmarktes. Mit einer Regulierung des P2P-Lendings soll ein EU-weiter Rahmen geschaffen werden, der es Anbietern ermöglicht Privatkredite zu vermitteln.
In Deutschland ist eine direkte Vermittlung von Privatkrediten aufsichtsrechtlich bisher nicht möglich.
Smava hat hierzu beispielsweise die
Bank für Investments und Wertpapiere (biw AG) zwischengeschaltet. Demgegenüber ist eine direkte Vermittlung in anderen Ländern der EU möglich (z.B. vermittelte Smava in Polen Privatkredite ohne ein dazwischengeschaltetes Kreditinstitut). Wie weit wird und sollte eine staatliche Beaufsichtigung des Marktes für P2P-Lending gehen (sofern diese generell überhaupt benötigt wird)?