Zum Jahresende 2007 hat Spreadshirt das ehrgeizige Ziel ausgerufen, dass das Unternehmen im Jahr 2008 um 80 Prozent wachsen will. Wie das Unternehmen nun bekannt gegeben hat, konnte dieses Ziel nicht erreicht werden. Das Wachstum für das Jahr 2008 beträgt "nur" 40 Prozent. Leider wird nicht angegeben, welche Kennzahl um 40 Prozent gewachsen ist. Ich gehe mal davon aus, dass sich dabei um den Umsatz handelt. Personal- vs. Finanzplanung Mit der Bekanntgabe der eigentlich positiven Nachricht über das 40%ige Wachstum wurde allerdings auch eingestanden, dass die Einstellung neuer Mitarbeiter im Jahr 2008 auf ein deutlich stärkeres Wachstum ausgelegt war. Anscheinend konnten die Planzahlen für das Mitarbeiterwachstum eingehalten werden und nur die finanziellen Ziele wurden nicht erreicht. Die Verfehlung der monetären Planzahlen für 2008 hat nun zur Konsequenz, dass Mitarbeiter entlassen werden müssen. Spreadshirt schreibt hierzu im Blog:
Wie jedes Unternehmen derzeit werden auch wir uns an die aktuelle Situation und niedrigere Wachstumsprognosen anpassen müssen. Mit anderen Worten bedeutet das: ein vergleichbares Wachstum ermöglichen, während wir noch stärker auf die Kosten achten müssen. Damit einhergehend wird es in manchen Abteilungen Umstruktierungen geben, die leider auch mit personellen Kürzungen verbunden sind.
Personalsituation Wieviele der über 230 Mitarbeiter sich einen neuen Arbeitgeber suchen müssen, wird leider nicht bekannt gegeben. BooCompany berichtet, dass "ungefähr 20% der Belegschaft soll gekündigt werden", was durch die überwiegend befristeten Arbeitsverträge auch kurzfristig möglich sein soll. Gegenüber dem Branchendienst Meedia äußert sich die Unternehmenssprecherin Eike Sievert wie folgt:
Die Zahl von 20 Prozent ist absolut falsch und viel zu hoch. Es gibt zwar auch Zeitverträge, die wir nicht verlängern, aber genauso welche, die wir verlängern. Es gibt bei uns auch keinen Einstellungsstopp. In manchen Bereichen suchen wir weitere Spezialisten.
Schwund an qualifiziertem Management Aus der Tatsache, dass Spreadshirt vor allem unter einem extremen Schwund an qualifizierten Managern leidet, spekuliert BooCompany weiter, dass es um Spreadshirt nicht gut bestellt ist:
Wichtiges Führungspersonal wie der Chefcontroller, der Chef der Produktion und selbst Vorstände verließen Ende des letzten Jahres das Unternehmen. Zahlreiche langjährige Mitarbeiter, die die Firma mit aufgebaut hatten, zogen es ebenfalls vor, ihr Glück wo anders zu suchen.
Büroführung bei Spreadshirt Für diejenigen, die sich trotz der Nachrichten eine Bewerbung bei Spreadshirt überlegen, hier eine kleine Büroführung (noch mit Lukasz Gadowski, dem Gründer von Spreadshirt, welcher mittlerweile nicht mehr operativ für Spreadshirt arbeitet).

Ausblick 2009 Für das Jahr 2009 gibt das Unternehmen leider keine neuen Zahlen zum geplanten Wachstum bekannt. Es wird lediglich angeführt, dass die Bereiche "Mein Spreadshirt" und "Verkaufen" neu gestaltet werden sollen und die externen Vermarktungsmöglichkeiten (Widgets für Social Networks) verbessert werden sollen. Weiterhin steht auf dem Plan, dass das Projekt lafraise.com einen Relaunch erhält.

4 COMMENTS

  • http://www.kerner.de Kerner

    ***die überwiegend befristeten Arbeitsverträge***

    Welche Leute lassen sich denn befristet einstellen (zumindest dann, wenn unbefristete Alternativen bestehen)? Die erste Garde sicherlich nicht...

  • Maren25

    spreadshirt hat schon im letzten jahr ordentlich leute in der deutschen produktion entlassen, wo bitte wurde da aufgestockt? immer weiter elegant ins ausland verlegen ist hier die devise

    @kerner: ich weiss nicht wie sie die situation im osten von deutschland kennen, aber so eine große auswahl an arbeitsplätzen ist nicht, und natürlich ist auch ein befristeter vertrag ok, in einem "jungen deutschen aufstrebenden unternehem" geht man davon aus dass bei wachstum der arbeitsplatz sicher ist und nicht leute entlassen werden ..... aber irgendwie ist das inzwischen ein markenzeichen von spreadshirt, zumindest was den standpunkt deutschland angeht

  • http://www.mycitysecret.com Greta

    ich glaube, die Zielverfehlung liegt auch an den vielen Nachahmern, die im vergangenen Jahr auf den Markt gedrängt sind.

    Ich glaube, Spreadshirt hat sich einfach auch verspekuliert. Ja, es war eine Erfolgssteigerung in Aussicht aufgrund des Ausbaus seiner Bekannheit. Leider jedoch ist das Alleinstellungsmerkmal von spreadshirt nicht sonderlich stark und somit für Wettbewerber ein leichtes, die Idee nach zu ahmen.

  • http://www.seedfinance.de Andreas Dengler

    Hi Greta,

    danke für Deinen Kommentar.

    Ja, ich denke auch, dass die vielen neune Wettbewerber mit ein Grund für den Umsatzrückgang sind. Insbesondere auch dadurch, dass Spreadshirt nicht durch absolute Innovationen hervorsticht, welche die Plattformen der Wettbewerber weniger attraktiv machen würden (wie z.B. Facebook im Community-Bereich).

    Naja, mal schauen wo das noch so hinführt :-)

    Schöne Grüße
    Andi