Twitter, der erfolgreichste Microblogging-Dienst, bekommt in der letzten Zeit immer mehr Aufmerksamkeit. Mit ca. sechs Millionen Nutzern ist Twitter im Vergleich zu z. B. Facebook noch klein. Dennoch werden Twitter große Chancen eingeräumt “das nächste Große Ding” im Internet zu sein. Soweit so gut, was fehlt ist ein tragfähiges Geschäftsmodell.
Sicherlich werden sich auch die Verantwortlichen bei Twitter genau zu diesem Punkt einige Gedanken machen – nicht umsonst wurde Anfang des Jahres Kevin Thau als Vice President of Sales & Business eingestellt, welcher Twitter hohe Umsätze bescheren soll. Aber das Web 2.0 wird seiner Zuschreibung aus “Mitmachweb” wieder einmal gerecht. Bei Silicon Alley Insider wurden elf mögliche Geschäftsmodelle – die von Lesern erstellt wurden – nun zusammengetragen. Allein dieses Phänomen bedarf eigentlich einer gesonderten Betrachtung, soll aber hier im Hintergrund bleiben. Ich habe mir mal, die aus meiner Sicht erfolgversprechendsten Geschäftsmodelle herausgesucht. Eine Mischung aus diesen Ansätzen wäre meiner Meinung nach eine hervorragende Monetarisierungsstrategie für Twitter. Die Reihenfolge der Aufzählung spielt dabei keine Rolle.
1. Marktforschung
Twitter bietet Marktforschungsunternehmen an, Fragen per Opt-In Verfahren direkt an ausgewählte Nutzer zu stellen. Für jede Antwort wird ein fixer Betrag fällig. Im Beispiel sind dies $1.25. Mehr oder weniger wäre das eine Expertenbefragung, da sich über Twitter – zumindest aktuell – sicher keine repräsentative Befragung durchführen lassen könnte. Man könnte dieses Modell dahingehend erweitern, dass auch die Nutzer an der Transaktion beteiligt werden. Natürlich muss dazu erst ein funktionierendes Bezahlsystem vorhanden sein, was allerdings leicht zu implementieren ist.
2. Kontextgebundene Werbung
Zu jedem 10. Tweet wird eine kontextgebundene Werbung geschaltet. Durch den Bezug zum Kontext könnten sicherlich recht gute TKPs durchgesetzt werden. Fraglich ist natürlich, inwieweit diese Umsetzung von den Nutzern akzeptiert werden würde. Eine Erweiterungsmöglichkeit ergäbe sich durch den Einsatz von Werbung in SMS. Nachhaltig wäre dieser Schritt vor dem Hintergrund sich durchsetzender Smartphones aus meiner Sicht jedoch nicht.
3. Kleinanzeigen
Twitter ermöglicht es für $1 Kleinanzeigen zu veröffentlichen. Diese sind so gestaltet, dass sie sich deutlich von anderen Tweets abheben. So könnten sie neben einer “anderen Farbe” in den Feeds anderer auch auf dem eigenen Profil für einen Zeitraum immer oben stehen. So erreicht die Kleinanzeige zunächst alle Follower. Für gestaffelte Beträge können weitere Nutzer hinzu gebucht werden. Darüberhinaus sind über Ableger (z. B. TwitterCraig) alle Kleinanzeigen sinnvoll geordnet einzusehen.
Natürlich ist auch die Überlegung Premium Accounts einzuführen überlegenswert. Ob jedoch die Einführung solcher im Nachhinein möglich ist, ist zumindest zweifelhaft, aber durchaus eine denkbare Option.
P. S: Ich selbst bin erst seit kurzem bei Twitter aktiv und freue mich über neue Follower.
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