Robin (Xing-Profil), Du bist Mitgründer und einer der Geschäftsführer von Käuferportal.de. Was macht das Käuferportal und wie ist das dahinterstehende Geschäftsmodell definiert? Käuferportal vermittelt gewerbliche Produkte und Dienstleistungen an kleine mittelständische Unternehmen und Selbstständige. Sucht beispielsweise ein Kunde nach einem neuen Kopierer, einer Telefonanlage oder einer Eventagentur über das Internet, stößt er auf Käuferportal.de. Hier kann er mit mithilfe eines speziellen Produktformulars seine Wünsche präzisieren. Im nächsten Schritt setzt sich ein Käuferportal-Mitarbeiter mit dem Kunden persönlich in Verbindung, um letzte Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen und die Kundenbedürfnisse noch besser definieren zu können. Anschließend wird die Anfrage an passende Fachhändler weitergeleitet. Dies geschieht ohne die Kontaktdaten des Kaufinteressenten zu nennen. Der Fachhändler hat jetzt die Möglichkeit zu prüfen, ob er diese Anfrage bedienen kann. Erst wenn sich der Fachhändler entscheidet, die Anfrage zu kaufen, bekommt er den Namen und Telefonnummer des Anfragenden auch ausgehändigt und kann diesem ein passendes Angebot machen. Auf diese Art vermittelt das Portal drei Angebote innerhalb weniger Tage. Wir bedienen uns bei Käuferportal dem Lead-Generation Modell, welches sich bereits in den Vereinigten Staaten großer Beliebtheit erfreut. Demnach verkaufen wir den Kontakt zum potentiellen Kunden an die einzelnen Fachhändler zu einem festgelegten Preis. Mit unserem, auf die Bedürfnisse des deutschen Marktes angepassten Modell, wollen wir es zur größten B2B-Plattform der Bundesrepublik schaffen. Ihr seid Mitte Oktober offiziell an den Start gegangen. Innerhalb der ersten zwei Monate habt Ihr bereits mehr als 3.000 Anfragen erhalten und konntet 350 Verkäufer für Euren Service begeistern. Wie viel Prozent der Anfragen werden durchschnittlich über einen von Euch vorgeschlagenen Anbieter befriedigt? Wir sind sehr zufrieden mit unserer Entwicklung. Grundsätzlich lässt sich bei unseren Produktkategorien noch keine Prozentzahl fest legen. Wir verkaufen ja keine Waren die man so einfach in jedem Kaufhaus erwerben kann, sondern qualitativ hochwertige gewerbliche Produkte. Da nimmt allein schon der Beschaffungsprozess eine längere Zeit in Anspruch. Gerade auch bei Dienstleistungen dauert es seine Zeit, bis ein Ergebnis erzielt wird. Nun sind wir aber noch nicht so lange auf dem Markt und bekommen erst jetzt so langsam die ersten Feedbacks unserer Käufer und Verkäufer. Diese sind durchweg positiv. Hinter kaeuferportal.de stehen ja eine ganze Reihe der deutschsprachigen Startup-Investoren (Lukasz Gadowski, Kolja Hebenstreit, Arend Lars Iven, Ron Hillmann, Ehssan Dariani, Christian Angele, Felix Haas). Wie lange habt Ihr gebraucht, bis die Finanzierung unter Dach und Fach war? Das erste Mal haben wir uns mit Lukasz zu Ostern 2008 getroffen. Gegen Juni 2008 haben wir uns dann immer häufiger getroffen und gemeinsam die Idee vom Käuferportal entwickelt. Im Juli 2008 haben wir die Beko Käuferportal GmbH gegründet. Lukasz stellte uns danach vielen Business Angels in der ganzen Republik vor, sodass wir Ende September unsere Finanzierungsrunde schließen konnten. Das dauerte alles in allem sechs Wochen, bis uns ein mittlerer sechsstelliger Betrag zur Verfügung gestellt wurde. Welche Tipps kannst du Startup-Gründern mit auf den Weg geben, die auf der Suche nach Investorengeldern sind? Wenn man in unserem Alter ist und gründen möchte, hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man macht sich alleine selbständig und sichert sich somit die größten Firmenanteile oder man sucht sich einen starken Partner, so wie ich und Mario es gemacht haben. Mit Lukasz Gadowski hatten wir einen echten Experten an unserer Seite, der uns viele Türen geöffnet hat. Ohne Lukasz und das Team von Team Europe Ventures wäre die Gründung nicht so schnell zu realisieren gewesen. Zusätzlich dazu haben wir durch Lukasz viele direkte Supporter vom Team Europe Venture an unser Unternehmen binden können, die uns auch heute noch helfen das Käuferportal stetig zu verbessern. Ursprünglich wollten wir ja mit den Jungs von jobmensa.de gründen, aber jeder Investor empfand vier top Leute in einem Team als Verschwendung :-) Wie beurteilst Du die aktuelle Situation für Startup-Finanzierungen? Ich denke, dass sich in Zukunft eher die Cashflow basierten Gründungsmodelle durchsetzen werden. Ich habe in letzter Zeit von vielen bekannten Unternehmern immer wieder den Ausspruch: „Cash ist King, in diesen Zeiten“ gehört. Ich glaube, daran sollte man sich im Moment orientieren. Ziel muss es sein schnell Geld verdienen zu wollen und nicht auf den zukünftigen Verkauf des Unternehmens zu spekulieren. Die Zeichen stehen dafür, dass der Online-Werbemarkt stagnieren wird. Dann werden sich Unternehmen mit einem ähnlichen Geschäftsmodell wie unserem durchsetzen und sich die Folgefinanzierung sichern können. Wurden bei Euch konkrete Maßnahmen auf die veränderten Rahmenbedingungen bei Finanzierungen eingeleitet? Natürlich. Wir halten unsere Augen und Ohren nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten offen, auch wenn wir sie jetzt im Moment noch nicht akut brauchen. Mario und ich stellen unser Geschäftsmodell auf den unterschiedlichsten Veranstaltungen vor, um uns die weitere Unterstützung diverser Business Angels zu sichern. Erst vor kurzem reisten wir nach Bonn zur Venture Lounge und nach Hamburg zur Angel Lounge, um neue Kontakte zu Investoren zu knüpfen. Auch an der Aufrechterhaltung der bestehenden Kontakte arbeiten wir mit Elan, denn Kontakte sind der ausschlaggebende Punkt im Hinblick auf eine erfolgreiche Finanzierung. Für das Käuferportal arbeiten ja mittlerweile rund 25 Personen, was eine relativ hohe Burn-Rate impliziert. Geht Ihr davon aus, dass Ihr mit der ersten Finanzierung der oben genannten Investoren den Sprung in die operative Profitabilität schafft? Wir gehen davon aus, dass wir eine zweite Finanzierung brauchen werden. Die Qualität unserer Leads ist sehr hoch und wir schaffen es momentan ein Produkt die Woche live zu bringen Diese Entwicklung wollen wir beibehalten. Wo steht Käuferportal.de Ende 2009? Käuferportal steht Ende 2009 in der Profitabilität. Unser Ziel ist es 60 Produktkategorien zur Vermittlung anbieten zu können und unser Fachhändler-Netzwerk auf 2.500 deutschlandweite Anbieter ausgebaut zu haben. Das wird nicht ganz einfach, aber den Mutigen gehört die Welt :-) Was sind Deiner Meinung nach die Trendthemen für das Jahr 2009? Das Trendthema 2009 ist meiner Meinung nach - wie gehabt - die Rezession. Die Finanzkrise ist in den Köpfen der Menschen und sorgt dafür, dass Kunden mehr vergleichen werden. Das ist nur gut für Käuferportal, denn wir bieten den Kaufinteressenten genau das: Einen verlässlichen Vergleich, kostenlos und ohne viel Fachchinesisch. Genauso ist es bei den Verkäufern. Diese haben aufgrund des mangelnden Kaufwillens weniger Kunden. Ihnen bietet sich auf Käuferportal.de eine effiziente Marketingmöglichkeit zur Neukundengewinnung. Robin, ganz herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

2 COMMENTS

  • http://www.kaeuferportal.de/blog/2009/02/robin-behlau-im-interview-auf-seedfinance/ Robin Behlau im Interview auf Seedfinance bei Käuferportal Blog

    [...] von Start Ups und natürlich auch um das Käuferportal. Den ganzen Artikel gibt es bei Seedfinance zu lesen. « Mit Werbemitteln gegen die [...]

  • http://www.robinbehlau.de/?p=42 Interviews & Artikel at Robin Behlau

    [...] Robin Behlau im Interview bei Seedfinance [...]