Seedfinance

2. März 2009 - 11:08 Uhr

Luupo wird verkauft

Posted by: Andreas Dengler

Wie heute bekannt wurde, hat es Luupo nicht geschafft eine dringend notwendige Finanzierungsrunde erfolgreich abzuschließen. “Wir haben einen wilden Galopp durch die Finanzbranche erlebt”, äußert sich Gründer Jörn Kunst gegenüber deutsche-startups.de. Die Konsequenz des ergebnislosen Galopps ist die Entscheidung, dass die Plattform verkauft wird. Anscheinend ist es nicht absehbar, dass der Cashflow von Luupo das operative Geschäft trägt, andernfalls hätten sich sicherlich Optionen für die Gründer aufgetan. Schließlich verkauft man als Gründer sein “Baby” ja nicht so ohne weiteres (zumindest nicht, wenn es sich um einen offensichtlichen Notverkauf handelt).

Bisherige Zahlen

Ende Juli 2007 ging Luupo an den Start und konnte seither 21.000 User für sich begeistern. Insgesamt wurden ca. 300.000 Einsätze erworben, was einem Umsatz von rund 120.000 Euro entspricht (ein Einsatz kostet 0,40 Cent). Verkauft wurden rund 5.500 Artikel.

Luupo vs. Swoopo

Als ich heute morgen von der Entscheidung bei Luupo gehört habe, ist mir spontan ein Vortrag von Bernd Skiera, Professor für E-Commerce an der Universität Frankfurt und Experte auf dem Gebiet “dynamische Preismodelle”, wieder eingefallen (wie berichtet).

In seinem bemerkenswerten Vortrag auf dem Pangora E-Commerce-Kongress im vergangenen Herbst hat Bernd Skiera Luupo und Swoopo miteinander verglichen und kam zum Ergebnis, dass Swoopo funktioniert und Luupo nicht. Es scheint, dass Bernd Skiera recht behält. Jochen Kirsch hatte das Ergebnis von Bernd Skiera’s Vortrag schön zusammengefasst:

Beide Anbieter setzen auf “Auktionen mit Gebotskosten”, bei Swoopo steigen die Preise mit jedem Gebot, bei Luupo fallen sie. Während Luupo erst bei hohem Traffic und entsprechend vielen Bietern optimal funktioniert, gibt es bei Swoopo die besten Schnäppchen vor allem dann, wenn nur wenige Nutzer mitbieten. Entsprechend bietet Swoopo das schnellere Erfolgserlebnis und in der Startphase das größere Potenzial für positive Mundpropaganda.

Verkaufschancen der Plattform

Man darf gespannt sein, ob die Gründer es schaffen die Plattform zu einem angemessenen Preis zu verkaufen und wie es anschließend bei Luupo weitergeht. Ohne eine Anpassung des Geschäftsmodells wird es einem neuen Eigentümer vermutlich nicht gelingen die Plattform zum Erfolg zu führen. Interessenten empfiehlt es sich die Gründer Jörn Kunst und Kris Kunst direkt zu kontaktieren.

5 Comments

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1 | Jörn Kunst

4. März 2009 um 01:08 Uhr

Ich möchte nur kurz darauf hinweisen, dass der Vergleich zwischen Swoopo und LUUPO sehr hinkt. Es ist schon ein Unterschied, ob eine Firma 3 Mio EUR zur Verfügung hat oder 0,00 EUR, wie wir (leider).

Ich behaupte, dass wir mit einer deutlich kleineren Summe Kapital als Swoopo Ende 2006 bekommen hat, den gleichen Erfolg erzielen hätten können. Wir sprechen grundlegend einfach mehr User an. Unsere Marketinginvestitionen beliefen sich bis zum jetzigen Zeitpunkt auf nur knapp 20 TEUR. Im Gegensatz zu den gewonnenen Usern kein schlechter Schnitt, zudem ein sehr großer Anteil an Usern auch aktiv geworden ist. LUUPO mit möglicherweise vorhandenem Traffic weiterzubetreiben (z.B. durch Ergänzung eines bestehenden Online-Shops), wird für den neuen Besitzer eine Goldgrube sein.

Leider konnten wir aus finanziellen Gründen unser Geschäftskonzept niemals richtig ausrollen.

Zur Info: Das “Baby” LUUPO war mir zumindest so sehr ans Herz gewachsen, dass ich seit drei jahren nichts anderes gemacht habe und selber privat sehr viel Geld investiert habe. Daher fällt mir die Entscheidung natürlich sehr schwer. Trotzdem ist sie betriebswirtschaftlich richtig.

Viele Grüße
Jörn Kunst

2 | Andreas Dengler

4. März 2009 um 08:31 Uhr

Hi Jörn,

ganz herzlichen Dank für Deinen offenen Kommentar, über welchen ich mich sehr gefreut habe!

Habt Ihr denn schon einen Käufer in Aussicht?

Drück Euch die Daumen, dass alle gut läut!

Beste Grüße
Andi

3 | Geri

16. April 2009 um 13:36 Uhr

Jetzt wollen die den Laden verkaufen!?! Lächerlich!
Der Laden erwirtschaftet keinen Gewinn und ist somit nicht einmal die Abwrackprämie wert.
Einfach in den Torf treten den Mist und tschüss. Hab ich übrigens schon vor einem Jahr gesagt.

4 | jola

25. November 2009 um 23:25 Uhr

Schade, daß ich das hier nicht vorher gesehen habe. Zufällig war ich aktiv an der Gründungsphase beteiligt und kenne intime Details zu LUUPO. Ein Jörn und auch ein Kris Kunst habem außer Zeit und Arbeit nichts investiert in LUUPO. Im Gegenteil: Sie haben neben Fördergeldern der Bank und der ISB einen privaten Kredit von einem Business Angel in Höhe von 50K in Anspruch genommen, der bis heute nicht zurück gezahlt wurde (und vermutlich niemals wird). Vor Geschäften mit diesen Brüdern kann ich nur warnen!

5 | Kris Kunst

24. Januar 2010 um 18:42 Uhr

Hey “Jola”, schade, dass Du hier inkognito auftauchst und Deine Identität verbirgst - um aus dem Hinterhalt heraus Deine schmutzige Wäsche zu waschen. Du weißt genau, dass das Unsinn ist, was Du hier verbreitest. Wen es interessiert, den informieren Jörn und ich gerne über den wirklichen Sachverhalt; wir haben nichts zu verbergen und können auch - im Gegensatz zu einigen Heckenschützen - offen auftreten.

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