
Es ist aktuell eines der Gerüchte, das größere Kreise zieht. Amazon plant
nach Medienberichten die Einführung eines "großen Kindle". Das neue
Kindle soll die Größe eines DIN A4 Blattes haben. Damit wird der Kindle nun auch für die Darstellung von Tages- und anderen Zeitungen interessant. Bisher wurden fast ausschließlich Bücher für den Kindle vertrieben.
Für die Verlage ergibt sich nun die Möglichkeit ihr Abonnementen-Modell endlich auch in der digitalen Welt umzusetzen und damit schwindende Umsätze bzw. vielmehr schwindende Margen zu kompensieren. So kostet die digitale Ausgabe der New York Times schon heute $13,99 pro Monat und die des Wall Street Journal $7,96 Dollar im Monat.
Die Kampf-Arena ist eröffnet
Doch wer sagt, dass es so einfach möglich sein wird das Abonnementen-Modell auch im digitalen Zeitalter durchzusetzen? So schreibt
MG Siegler von Techcrunch treffend:
The idea that a large screen Kindle (or any similar device) could save newspapers is a joke - and one that perhaps shows these newspapers do not even know their own killer. It’s not the “paper” part of newspaper that’s the problem, it’s the “news.”
Das Problem liegt aus seiner Sicht nicht bei einem fähigen Endgerät, sondern an der Eigenschaft des Gutes "Nachrichten". Nachrichten sollten so aktuell wie möglich sein und nicht Dinge von gestern Berichten. Das gilt aus meiner Sicht hauptsächlich für tagesaktuelle Nachrichten. Wochenzeitungen und Magazine sind davon weniger betroffen.
Wer bezahlt wem wie viel
Es wird aus meiner Sicht letztendlich darauf hinauslaufen, inwieweit die Verlage bereit sein werden die Gerätehersteller (aktuell Amazon) an den Umsätzen zu beteiligen. Die Verlagsbranche muss wohl diesen Weg gehen. Daraus resultiert natürlich, dass sich die Margen verringern. Trotzdem könnte sie natürlich noch über der von Printprodukte liegen, da Produktions- und Distributionskosten deutlich gesenkt werden. Dass ein solcher Revenue-Share funktioniert zeigt Apple mit seinem iPhone und den Vereinbarungen mit den Netzbetreibern.
Altes Denken das in den Abgrund führt?
Etwas weiter gedacht könnte ich mir durchaus vorstellen, dass schon bald Endgeräte auf den Markt kommen, die über eine ständige Verbindung mit dem Internet (und ein Farben darstellendes Display) verfügen. Das würde das Modell zum Einsturz bringen können. Retten könnten sich die Verlage vielleicht mit einer Tageszeitung die sich laufend aktualisiert. Doch was unterscheidet sie dann von einem Onlineableger? Schnell wäre ein neues (Zeitungs-)Design seitens der Internetseitenbetreiber (z.B. Spiegel Online) aufgesetzt. Wird es nicht von den Betreibern selbst gemacht, übernimmt es die Open-Source Bewegung.
Neue Geschäftsmodelle sind gefordert
Es könnte durchaus gelingen, dass die Verlage mit dem neuen Kindle ihr Abonnementen-Modell kurzfristig auch digital umsetzen können. Langfristig wird es jedoch schwieriger, denn neue Erlösmodelle und USPs müssen gefunden werden. Die Endgeräte hierfür werden kommen.