daniel-bosch-eat-star-gmbhDaniel, erzähl doch den Lesern doch bitte kurz wer du bist, was du schon so gemacht hast und im Augenblick tust... Meine ersten Startup-Erfahrungen habe ich Mitte 2005 im Rahmen eines sechsmonatigen Praktikums bei der Moema Espresso Republic GmbH in Berlin gemacht. Während dieses Praktikums konnte ich mir viele Fähigkeiten aneignen, von denen ich heute noch profitiere. Dazu zählen sowohl erste vertriebliche Erfahrungen als auch Dinge, die ich während meines Studiums an der FU Berlin nicht gelernt habe, wie z. B. die Erstellung brauchbarer Excel-Sheets. Der Einstieg in die Onlinebranche erfolgte 2006, als Account Manager beim Online-Mietmarktplatz erento.com. Dort lernte ich auch Uwe Kampschulte kennen, der – zusammen mit Mark Beyer, zu den Mitgründern von eat-star gehört. Ende 2006 verschlug es mich zur getmobile AG nach München, für die ich als Sales Manager Online sowohl Kooperationen im Whitelabel-Bereich mitverantwortete, als auch die Bereiche E-Mail Marketing, Affiliate Marketing und Display Advertising. Innerhalb der getmobile-Gruppe wechselte ich dann zur Shirtinator AG, für die ich, teilweise auch von Bratislava aus, die Leitung des Vertriebs- und Online-Marketing-Bereichs übernahm. Die Idee, ein Food Delivery-Portal aufzubauen, entstand vor fast zwei Jahren. Ich hatte bestimmt 100 Male bereits Essen über Deutschlands wohl bekanntestes Vermittlungsportal für Pizza bestellt und war jedes Mal wieder überrascht, dass ich selbst bei einem Portal bestellte, das keine konsequente Marketingstrategie erkennen ließ. Im Juli 2009 saß ich dann mit Uwe und Mark bei einem Italiener in Prenzlauer Berg, und wir beschlossen, eat-star zu gründen. Dort bin ich Wesentlichen für die Bereiche IT-Projektmanagement, Online Sales und Marketing zuständig, während Uwe die Bereiche Finanzen, Support und Business Sales abdeckt. Du bist Mitgründer der eatstar GmbH. Was gibt es denn heute Leckeres? Ehrlich gesagt habe mich gerade erst durch den morgendlichen Berg an E-Mails gekämpft und dabei gefrühstückt. Am frühen Nachmittag werde ich aber heute beim Vietnamesen bestellen – natürlich über eat-star. Denn bei uns gibt’s ja nicht nur Pizza, sondern viele unterschiedliche Speisen, und das Angebot wächst Tag für Tag. Wie kamt Ihr denn auf den Gedanken einen Online-Lieferservice aufzubauen? Schließlich ist die Konkurrenz ja schon etwas länger dabei (NetKellner, BringButler usw.). Was ist euer Alleinstellungsmerkmal? Du hast natürlich Recht, dass es einen großen Wettbewerb am Markt gibt. Durchgesetzt hat sich bislang aus meiner Sicht jedoch noch kein Anbieter, auch wenn pizza.de im Bereich der Vermittlung von Pizzabestellungen sicherlich marktführend ist. Was heute auf eat-star schon sichtbar ist, ist erst das Ergebnis unserer ersten Entwicklungsphase. Dennoch gibt es schon jetzt eine Reihe von Funktionen, die andere Plattformen nicht bieten. Unsere Lieferanten können ihre Produkte bei eat-star zum Beispiel selbst einpflegen, Produktpreise und –beschreibungen ändern und ihren Lieferservice auf Wunsch zusätzlich promoten. Dieses Feature kommt im Markt gut an. Unsere User können bei einer ganzen Reihe von Lieferdiensten mit Kreditkarte und PayPal zahlen und aus ihrem eat-star Account heraus auch Speisen oder wiederbestellen, die ihnen besonders gut geschmeckt haben. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass sie einen Account bei uns haben. Außerdem gibt es bei eat-star auch die Möglichkeit, Getränke, Obst und Gemüse zu bestellen, denn eat-star bietet eben nicht nur Pizza und Sushi, sondern auch andere Produkte, die man sich bequem liefern lassen kann. Hier ist das Angebot bislang noch sehr klein, aber daran arbeiten wir jeden Tag. Einige neue Features, die in Kürze implementiert oder bereits getestet werden, darf ich noch nicht verraten. Da bitte ich einfach noch um ein wenig Geduld, was Du sicherlich verstehen kannst. Schau einfach ab und zu bei eat-star vorbei, und Du wirst sehen, dass sich etwas tut. Wie viele Lieferanten und Kunden sind denn mittlerweile bei euch angemeldet? Und wie viel sollen es bis Ende 2010 werden? In den ersten 3 Wochen nach Launch des Portals konnten wir über 280 Lieferdienste davon überzeugen, bei eat-star mitzumachen, und zwar ohne eine eigene Vertriebsabteilung. Uwe und ich haben den gesamten Vertrieb alleine bewältigt. Erst jetzt haben wir die ersten Repräsentanten, die unsere Geschäftskunden in größeren Städten auch vor Ort besuchen. Kurzfristig möchten wir 400 Lieferdienste im Monat von unserer Leistung überzeugen und bei eat-star integrieren, um das Angebot für den User so vielfätig wie möglich zu gestalten. Das wird eine große Herausforderung auch für den Supportbereich sein, denn jede Speisekarte muss von Hand eingepflegt werden. Zwar können die Lieferdienste, wie oben ja angedeutet, ihre Produkte auch selbst einpflegen, doch den ersten Upload der Produkte erledigen in der Regel wir für den Kunden. Das ist einfach eine Frage des Service, den wir unseren Lieferanten bieten möchten. Sollen zukünftig auch kleinere Städte/Kreise von eurem Angebot profitieren oder seid ihr langfristig auf die Beherrschung der Großstädte ausgerichtet? Im Augenblick konzentrieren wir uns auf die Großstädte. Mittelfristig wollen wir aber auch in ländlichen Regionen ein attraktives und vielfältiges Angebot anbieten. Unser klares Ziel ist es, dass jeder Haushalt in Deutschland bei eat-star bestellen kann, und das heißt: auch in ländlichen Regionen. Die eatstar GmbH gibt es jetzt seit Ende 2009. Sicherlich hattet ihr doch auch schon einige Hürden zu überwinden...? Nicht nur eine Wir haben eat-star inmitten einer der größten Wirtschaftskrise dieses Landes gegründet. Die erste Hürde war daher zunächst die Frage, woher wir Geld bekommen. Freunde und Bekannte waren jedoch von unserer Geschäftsidee so begeistert, dass sie sich an eat-star beteiligten. Im operativen Geschäft besteht die wohl größte Herausforderung in der Integration der Speisekarten bzw. Produktlisten. Hierfür braucht man wirklich viel Manpower. Ohne unsere Praktikanten und studentischen Supporter wären wir wirklich aufgeschmissen. Sie machen einen super Job. Eine Frage, die sicher viele beschäftigt: Wie verdient Ihr mit dem Projekt Geld? Welche Monetarisierungsstrategie fahrt Ihr mit eurem Startup? eat-star finanziert sich durch monatliche Paketpreise und erfolgsabhängige Vermittlungsprovisionen, die die Lieferanten an uns entrichten, wenn sie bei eat-star mitmachen wollen. Außerdem haben Lieferanten und andere Webseiten in Kürze die Möglichkeit, neben der Buchung von Promopaketen auch Werbung auf unserem Portal zu schalten. Weitere Features, die eat-star Geld einbringen werden, möchte ich an dieser Stelle noch nicht kommunizieren, da sie bereits in der Entwicklung und daher noch Verschlussache sind. Da kommen wir gleich zur fast wichtigsten Frage: Wie wird für euch das Jahr 2010 aus finanzieller Sicht laufen? Wann wird eatstar profitabel? eat-star macht jetzt schon die ersten Umsätze, aber natürlich ist es bis zum Break Even noch ein weiter weg. Den streben wir für nächstes Jahr an. Wie viele Anteile besitzt du an eatstar? Bildlich gesprochen, ungefähr eine Viertelpizza ;-) Zu guter Letzt: Hast du noch einen entscheidenden Rat, den du anderen Existenzgründern mitgeben möchtest? Mut haben, realistische Ziele beharrlich verfolgen und sich von Misserfolgen nicht runterziehen lassen. Daniel, ganz herzlichen Dank für das interessante Interview. Ich wünsche euch viel Erfolg mit eat-star!

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