
Christian sieht sich selbst als Hebamme für Entrepreneure: "Ich bringe deren Unternehmen auf die Welt". Vor sieben Jahren war er CIO der
VA TECH, verantwortlich für IT und e-Business. Vorher war er Consultant bei
CSC, Geschäftsführer bei einem Startup, schon einmal selbständig und Angestellter bei
voest alpine. Christian ist also ein Blumenstrauß an Erfahrung und KnowHow!
Christian, erzähl den Lesern doch bitte kurz wer du bist, was du schon so gemacht hast und im Augenblick tust...
Im Augenblick arbeite ich parallel mit mehreren Web 3.0 Startups. Zugleich versuche ich die Finanzierung von Startups sicherzustellen, da es davon momentan einfach noch zu wenig gibt. Ich hab in großen und kleinen, bei bestehenden Firmen und bei Startups gearbeitet und unterrichte seit 10 Jahren an der
Donau Universität Krems.
Du bist Partner von German Seed Fund, was erwartet einen beim Besuch der Website? Was ist der Gedanke hinter dem Projekt?
In erster Linie wollen wir Startups unterstützen und geben ein Feedback zu den Businessideen. Wir sind bei
seedlounges und vernetzen uns bzw. tauschen uns aus. Und wir wollen die 100 besten Startups finden und mit denen Geldgeber holen. Wir konzentrieren uns auf den deutschsprachigen Raum: Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Dein Portal dreht sich um die Finanzierung bestimmter Geschäftsideen aus einem Pool von Geld, das sowohl von privaten als auch geschäftlichen Investoren zur Verfügung gestellt wird. Welche Voraussetzungen muss ein Startup mitbringen, um bei Ihnen Kapital zu bekommen?
Eine innovative Businessidee und den Ehrgeiz diese auch umzusetzen.

Der German Seed Fund (GSF) ist ja selber ein Startup. Wie sieht das Monetarisierungsmodell hinter GSF aus?
Startups haben keine Lobby. Wir wollen diese schaffen. Wenn viele Startups da sind, dann kommt auch das Geld. Bis dahin unterstützen wir die Gründer persönlich mit unseren KnowHow und Netzwerk. Unser Ziel ist es, insgesamt 50 Mio. € an Kapital einzusammeln.
Erzähl uns noch ein bisschen mehr über GSF - Wie ist das Verhältnis von Investoren und Startups und welche Startups konnten Sie bereits erfolgreich finanzieren?
Wir sind da erst am Anfang. Bis jetzt sind Funds auf den Markt getreten mit Geld und mehr oder weniger komplizierten Möglichkeiten Businesspläne einzureichen. Viele Startups schreiben diese dauernd um und kommen nicht zum Business. Wir wollen auch mehr Aufmerksamkeit auf die Seedphase legen.
Wer steckt alles hinter GSF? Machst du alles alleine oder hast du auch noch Investoren, Mitarbeiter, Mitgründer, etc. an Bord?
Da stecken viele Leute dahinter. Am besten sieht man das auf
www.germanseedfund.com. Die Idee stammt übrigens von
Christian Kutschka.
Was sind Deiner Meinung nach im Jahr 2010 die Innovationstreiber der Internetbranche? Welchen Ideen räumst du besonders gute Chancen ein?
„Disruptive business ideas“, die ganze Branchen verändern, mit neuen Payment-Methoden, noch mehr Mobilität, Semantik und Community-Bezug. Startups wie z.B.
Jumio,
Linoq,
Wappwolf,
XScited,
Bilbone,
Garmz,
Twingz.
Wo steht GSF in 5 Jahren?
Wir sehen uns als wichtigen Partner bei der Seed-Finanzierung von Startups. Wir sind genauso am Boden und bei den Entrepreneure wie heute, heben also nicht ab.
Zu guter Letzt: Hast du noch einen entscheidenden Rat, den du kapitalsuchenden Startups mitgeben möchtest?
Kontakt aufnehmen, Rat und Feedback holen, Netzwerken. Zur
seedlounge kommen (ab Herbst regelmäßig in Zürich, Berlin, München, Linz, Wien). Zusammenarbeiten und mit Menschen Kontakt aufnehmen, die es schon geschafft haben. Meistens helfen diese gerne weiter.
Christian, vielen herzlichen Dank für das interessante Interview. Ich wünsche euch viel Erfolg mit German Seed Fund!