Christian WawrzinekDr. Christian Wawrzinek , Jahrgang 1980, ist zusammen mit seinem Bruder Dr. Kai Wawrzinek Geschäftsführer des Hamburger Spieleentwicklers Goodgame Studios. Als einer der Gründer und Produktionsleiter ist er verantwortlich für die operative Ausrichtung des Unternehmens und für die Koordination neuer Produktentwicklungen. Nach dem Studium der Zahnmedizin an der Universität Kiel promovierte er 2008 am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Sein Lieblingsspiel ist Goodgame Café. Kai WawrzinekDr. Kai Wawrzinek, Jahrgang 1976, leitet als Jurist, kaufmännischer Geschäftsführer und Gesellschafter die Altigi GmbH. Als Gründungsinitiator prägt er die Philosophie des Unternehmens maßgeblich und leitet die Strategieabteilung der Gesellschaft. Er absolvierte das Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg als einer der Jahrgangsbesten, schloss das Zweite Juristische Staatsexamen in Kiel mit Großem Prädikat ab und promovierte an der Universität Heidelberg. Sein Lieblingsspiel ist Goodgame Poker. Aus der Leidenschaft für Computerspiele und mit ihrem ausgeprägten Unternehmergeist gründeten  die Brüder Wawrzinek bereits während des Studiums ihre erste Firma, aus der später die Altigi GmbH hervorging. Die Goodgame Studios, ein Zweig der Altigi GmbH, sind in der Entwicklung von Online Casual Games tätig. Sie sind Mitgründer der Goodgame Studios, einer Marke der Altigi GmbH. Bei Übernahmenachrichten á la Zynga, Frogster, Playdom & Co. macht die Arbeit in der Onlinespiele-Branche doch richtig Spaß, oder? Christian: Ja, das internationale Umfeld ist enorm spannend und die Arbeit im Gaming Sektor macht riesigen Spaß. Ein Großteil unserer Euphorie kommt aber auch durch unser großartiges 60-köpfiges Team, das stetig anwächst und mit Herzblut bei der Sache ist. Wir lassen uns nicht zu sehr von großen Übernahmen ablenken, sondern konzentrieren uns auf unser eigenes Wachstum in diesem Markt mit langfristiger Perspektive. Werden Sie auch schon umworben? Oder sind Sie auf der Suche nach geeigneten Investitionsmöglichkeiten? Anfang Juli haben Sie ja bereits die spotsonfire GmbH in Hamburg gekauft... Kai: Es gibt mittlerweile diverse Interessenten an unserer Firma. Da wir nach wie vor ohne Investor sind und sehr profitabel unser gesamtes Wachstum aus dem eigenen Cash-Flow bestreiten, sind wir sowohl für strategische wie auch institutionelle Investoren sehr interessant. Wir schielen aber keinesfalls auf einen kurzfristigen Exit, sondern wollen ein langfristig orientiertes und global noch erfolgreicheres Unternehmen schaffen. Es kann durchaus sein, dass Goodgame Studios in näherer Zukunft weitere Akquisitionen tätigt. Allerdings ist es für uns sehr wichtig, dass die Firmen gut zueinander passen und eine sinnvolle Ergänzung sind. Das war bei spotsonfire einfach der Fall. Wie viele Spiele haben Sie im Angebot und hat sich Goodgame Studios auf einen Spieletyp besonders festgelegt? Wie viele Menschen spielen denn bereits auf Ihren Plattformen? Christian: Aktuell haben wir fünf selbst produzierte Spiele, bis Jahresende sollen es 10 sein. Wir haben eine sehr umfangreiche Zielgruppe und wollen mit unseren Titeln möglichst viele Menschen ansprechen. Der Focus liegt bei uns daher klar auf familienfreundlichen Multiplayer Casual Games mit vielen sozialen Elementen wie z. B. bei Goodgame Farmer oder Goodgame Mafia. Auch bei unserem Pokerspiel Goodgame Poker verbinden wir klassisches Texas Hold’em mit Elementen des Social Games. Und das Konzept geht sehr gut auf: Mit knapp 50 Millionen Besuchern monatlich und insgesamt über 10 Millionen registrierten Spielern sind die Spiele der Goodgame Studios sehr erfolgreich – und die Tendenz ist stark steigend.

Spielen Sie die Spiele selber? Mal ehrlich, sind das nicht reine Kinderspiele und genau genommen Zeitverschwendung... Christian: Ja, klar spielen wir unsere Spiele selbst, denn sie machen einfach zu viel Spaß, als dass man sie „links liegenlassen“  könnte. Das ist das großartige an Casual Games – sie sind etwas für jedermann. Wer hat nicht schon mal Solitaire, Minesweeper oder Tetris gespielt? Bei uns spielen sowohl junge als auch ältere Menschen, alle Altersgruppen werden angesprochen.  Durch die Multiplayer Funktionen haben wir sehr viel soziale Interaktion, die Leute verabreden sich und es entstehen Freundschaften. Die Spiele sind so gestaltet, dass die Spieler in der Regel mehrmals täglich kurz in die Spiele hereinschauen. Da unsere Browserspiele von jedem PC mit Internetzugang erreichbar sind, ist die Nutzung von überall möglich und die kurzen Spielsessions können im Einklang mit dem normalen Tagesablauf der Nutzer stehen, ohne dass übermäßig viel Zeit investiert wird. Warum erlebt die Branche derzeit diesen Aufschwung? Welche Fehler können jetzt gemacht werden, wie versuchen Sie diese zu umgehen und welche Chancen hat Goodgame mittelfristig? Kai: Spielen gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen, von jung bis alt. Daher hat dieser Bereich auch langfristig enorme Chancen und stets seine Daseinsberechtigung. Die Spielebranche insgesamt zeigt eigentlich ein konstantes Wachstum und dies nicht erst in letzter Zeit. Nur hat sich in der jüngeren Vergangenheit ein starker Wandel der Distributionskanäle eingestellt. Der herkömmliche Retail Markt ist stark zurückgegangen und Spiele werden zunehmend online gespielt oder gekauft. Wir haben diesen Trend erkannt und profitieren daher als Onlinespiele-Hersteller natürlich enorm davon. Die Entwicklung zeigt aber auch sehr eindrucksvoll, dass man stets flexibel sein und mit der Zeit gehen muss. Firmen, die wichtige Trends „verschlafen“, können Probleme bekommen. Wir investieren daher viele Ressourcen in die Marktbeobachtung und Auswertung von Trends. Zudem halten wir regelmäßige Strategie- und Brainstorming-Meetings ab und bewahren neben dem operativen Geschäft den Blick für das große Ganze. Sie haben beide promoviert, sind jedoch "nicht unbedingt" in dem Bereich gelandet, in dem Sie ursprünglich mal angefangen haben. War Ihre persönliche Entwicklung  von Anfang an geplant und die akademische Ausbildung "nur" ein Plan B? Christian: Für uns war eigentlich schon immer klar und oberstes Ziel, dass wir in irgendeiner Art und Weise Unternehmer werden. Unsere Studienfächer bieten eigentlich auch diese Perspektive. Wir haben uns aber schon während unseres Studiums aktiv mit dem Internet beschäftigt und erkannt, dass es dort enorme Möglichkeiten gibt, um viel globaler unternehmerisch tätig zu werden. Wir haben dann neben dem Studium unsere erste kleine Firma aufgebaut. Sie hatte den Zweck, aus Werbeerlösen eigener Internetseiten weitere Websites aufzukaufen, speziell im Gaming Sektor. Dieser Bereich war letztlich so spannend und vielversprechend, dass wir uns entschlossen haben, Studium und Promotion abzuschließen und dann online weiterzuarbeiten. Wir haben dann einen Businessplan geschrieben, Kapital von der Bank besorgt und die Altigi GmbH gegründet. Wo stehen die Goodgame Studios in fünf Jahren? Kai: Eine genaue Fünf-Jahres-Prognose abzugeben ist quasi unmöglich, da gibt es zu viele Unbekannte. Wir haben zum Beispiel durch die letzten zwei größeren Spiele-Updates und den Launch des neuesten Titels Goodgame Café unseren Umsatz innerhalb eines Monats fast verdoppelt. So etwas kann man kaum auf fünf Jahre vorausberechnen. Die Ziele für das kommende Jahr sind aber klar definiert: Bis Ende des nächsten Jahres wollen wir etwa 200-300 Mitarbeiter und mindestens 20 Spiele im Portfolio haben. Außerdem wollen wir eines der erfolgreichsten Europäischen Casual Games Unternehmen sein. Welche Web- und Tech-Trends, außerhalb der Spielebranche, verfolgen Sie mit besonderer Begeisterung? Christian: Generell interessieren uns alle Aktivitäten von Google, Microsoft und Facebook, speziell die kommende Monetarisierung der sozialen Netzwerke mit Shopping-Angeboten und lokaler Suche. Wie geht es für Sie persönlich weiter? Kai: Wir setzen uns mit voller Kraft dafür ein, die Goodgame Studios zu einem globalen Key Player zu machen. Zu guter Letzt: Haben Sie noch einen entscheidenden Rat, den Sie anderen Existenzgründern mitgeben möchten? Christian: Die Chancen, die sich im Onlinemarkt für junge Gründer bieten, sind nach wie vor enorm, wahrscheinlich sogar größer als je zuvor. Daher möchte ich smarte Leute dazu ermuntern, ihre Chance zu ergreifen und ihren Traum umzusetzen. Wichtig sind dabei aber vor allem der volle Einsatz und eine Idee, die das Potenzial hat, schnell substanzielle Umsätze zu generieren und gut skalierbar ist. Genauso wichtig ist aber auch ein gutes Team, das extrem schnell und zielorientiert agiert. Vielen Dank für das interessante Interview. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Goodgame Studios! Und nun: Mein Lieblingsspiel ;-)

3 COMMENTS

  • Karolina

    Mit viel Freude las ich über Eurem INet Erfolg. Herzlichen Glückwunsch !!! Ich drücke Euch weiterhin die Daumen und falls ich Euch irgendwie helfen kann, sagt mir ruhig bescheid :)

  • ich

    was ist los bei Euch? Wegen Reichtum geschlossen? Ihr seid nicht mehr online - was ist los?

  • http://www.seedfinance.de/2011/01/17/die-funf-meistgelesenen-artikel-in-2010/ Die fünf meistgelesenen Artikel in 2010 | Seedfinance – Entrepreneurship & Finanzierung

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