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8. Mai 2009 - 14:48 Uhr

Boom! Twitter wird Suchmaschine

Verfasst von: Daniel Verst

Es ist das Thema in dieser Woche. Der Mircobloggingdienst Twitter will zukünftig nicht nur die Tweets - die Kurznachrichten der Twitter-Nutzer - durchsuchen, sondern auch das Web - und das im Gegensatz zu Google & Co. in Echtzeit. Das gab Vice President Santosh Jayaram in einem Interview mit CNET bekannt. Der Traum einer vollendeten Suchmaschine scheint näher zu kommen. Die überlegene technische Intelligenz (Google) gepaart mit der Weisheit der Massen (Twitter). Doch es gibt Zweifel.

Twitter, der Dienst der es jedem erlaubt in 140 Zeichen zu schreiben was er gerade macht, hat in den letzten Wochen den Tipping Point (siehe Netzwerkeffekt) wohl endgültig erreicht. Der Dienst wächst, wächst und wächst. Schon heute lassen sich die wichtigsten Themen, die die Twitterwelt aktuell bewegen, ablesen. Die Relevanz der Erkenntnis bietet jedoch noch wenig Mehrwert.

Twitter will Links verfolgen

Neu ist jetzt, dass Twitter die Links, die die Nutzer einstellen, zukünftig verfolgen und indexieren will. Bisher wurden lediglich die meistgenannten Wörter (Hashtags) in einem bestimmten Zeitraum analysiert. Im Grund öffnet sich Twitter erst jetzt nach außen; verlässt die eigene Welt.* Leider ist an diesem Punkt auch erst mal Schluss. Mehr als die im Dienst erstellten Links, unter Berücksichtigung der Reputation der Linkeinsteller, will Twitter zunächst nicht für die neue Suche nutzen.

Es fehlt ein Schritt zur nächsten Stufe qualitativ verbesserter Suchergebnisse

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5. Mai 2009 - 17:55 Uhr

Mit dem Kindle zurück zum Abonnementen-Modell?

Verfasst von: Daniel Verst

Es ist aktuell eines der Gerüchte, das größere Kreise zieht. Amazon plant nach Medienberichten die Einführung eines “großen Kindle”. Das neue Kindle soll die Größe eines DIN A4 Blattes haben. Damit wird der Kindle nun auch für die Darstellung von Tages- und anderen Zeitungen interessant. Bisher wurden fast ausschließlich Bücher für den Kindle vertrieben.

Für die Verlage ergibt sich nun die Möglichkeit ihr Abonnementen-Modell endlich auch in der digitalen Welt umzusetzen und damit schwindende Umsätze bzw. vielmehr schwindende Margen zu kompensieren. So kostet die digitale Ausgabe der New York Times schon heute $13,99 pro Monat und die des Wall Street Journal $7,96 Dollar im Monat.

Die Kampf-Arena ist eröffnet

Doch wer sagt, dass es so einfach möglich sein wird das Abonnementen-Modell auch im digitalen Zeitalter durchzusetzen? So schreibt MG Siegler von Techcrunch treffend:

The idea that a large screen Kindle (or any similar device) could save newspapers is a joke - and one that perhaps shows these newspapers do not even know their own killer. It’s not the “paper” part of newspaper that’s the problem, it’s the “news.”

Das Problem liegt aus seiner Sicht nicht bei einem fähigen Endgerät, sondern an der Eigenschaft des Gutes “Nachrichten”. Nachrichten sollten so aktuell wie möglich sein und nicht Dinge von gestern Berichten. Das gilt aus meiner Sicht hauptsächlich für tagesaktuelle Nachrichten. Wochenzeitungen und Magazine sind davon weniger betroffen.

Wer bezahlt wem wie viel

Es wird aus meiner Sicht letztendlich darauf hinauslaufen, inwieweit die Verlage bereit sein werden die Gerätehersteller (aktuell Amazon) an den Umsätzen zu beteiligen. Die Verlagsbranche muss wohl diesen Weg gehen. Daraus resultiert natürlich, dass sich die Margen verringern. Trotzdem könnte sie natürlich noch über der von Printprodukte liegen, da Produktions- und Distributionskosten deutlich gesenkt werden. Dass ein solcher Revenue-Share funktioniert zeigt Apple mit seinem iPhone und den Vereinbarungen mit den Netzbetreibern.

Altes Denken das in den Abgrund führt?

Etwas weiter gedacht könnte ich mir durchaus vorstellen, dass schon bald Endgeräte auf den Markt kommen, die über eine ständige Verbindung mit dem Internet (und ein Farben darstellendes Display) verfügen. Das würde das Modell zum Einsturz bringen können. Retten könnten sich die Verlage vielleicht mit einer Tageszeitung die sich laufend aktualisiert. Doch was unterscheidet sie dann von einem Onlineableger? Schnell wäre ein neues (Zeitungs-)Design seitens der Internetseitenbetreiber (z.B. Spiegel Online) aufgesetzt. Wird es nicht von den Betreibern selbst gemacht, übernimmt es die Open-Source Bewegung.

Neue Geschäftsmodelle sind gefordert

Es könnte durchaus gelingen, dass die Verlage mit dem neuen Kindle ihr Abonnementen-Modell kurzfristig auch digital umsetzen können. Langfristig wird es jedoch schwieriger, denn neue Erlösmodelle und USPs müssen gefunden werden. Die Endgeräte hierfür werden kommen.

27. April 2009 - 12:54 Uhr

Islamic Banking als Instrument für Social Network-Monetarisierung

Verfasst von: Andreas Dengler

Rias A. Sherzad, Gründer des Salam Business Club, hat mich über eine interessante Kooperation informiert. Das Business Network für die arabische, asiatische und muslimische Welt kooperiert mit dem Institute for Islamic Banking and Finance (IFIBAF).

Das gemeinsame Ziel der Zusammenarbeit ist ein effektives Fundament für die weltweit erste endkundenorientierte Vertriebsplattform für islamkonforme Anlageprodukte zu schaffen, die sowohl für Muslime als auch Nicht-Muslime offen ist. Der Salam Business Club bringt seine Internet-Plattform mit den vorrangig muslimisch geprägten Mitgliedern aus über 180 Ländern als internetbasierte Vertriebsschiene in die Partnerschaft ein. Das IFIBAF ergänzt diese komplementär mit seiner fundierten und langjährigen Beratungserfahrung und einem umfangreichem globalem Netzwerk innerhalb der Islamic Banking Community.

Das Potential

Wenn man sich vor Augen führt, dass europaweit ca. 55 Mio. und weltweit ca. 1,5 Mrd. Menschen leben, die trotz ethnischer Unterschiede den Islam als gemeinsame Basis für ihre Lebenskonzeption haben, kann ich mir das Nachfragepotential hinter einem derartigen Vertriebskanal für Banking- und Insurance-Produkte hervorragend vorstellen. Auch kann ich mir ganz hervorragend vorstellen, dass ein Social Network ein super Platz ist, um sich über Anlageprodukte zu informieren und auszutauschen.

Die Kooperation

Laut Rias wird zu Beginn der Kooperation ein Schwerpunkt auf den Bereich der islamkonformen Immobilienfinanzierung gelegt. Aufgrund gesetzlicher Beschränkungen, die dem Islamic Finance widersprechen, wird dieser Bereich von deutschen Banken bisher nicht abgedeckt. Ich bin gespannt, welche Produkte anschließend über die Community bezogen werden können und wie mit den in Deutschland strengen aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen umgegangen wird.

Im Rahmen der Kooperation sammelt der SalamBC über die Community Informationen von interessierten Mitgliedern, welche anschließend an das Institute for Islamic Finance and Banking weitergegeben werden. Das IFIBAF übernimmt im Anschluss die Beratung und das Vertragshandling mit den Kunden. Der Salam Business Club partizipiert an den Umsätzen über eine fixe bzw. variable Provision, abhängig vom Produkt.

Über Salam BC

Im Augenblick veröffentlicht der SalamBC leider keine Mitgliederzahlen. Laut Rias hat das Social Businessnetzwerk im Augenblick eine fünfstellige Zahl an Mitgliedern aus 181 Ländern. Mit dem Beginn der PR und dem kürzlich erfolgten Sprach-Relaunch soll in den nächsten Monaten die 100k Grenze überschritten werden. In Kürze plant das Social Network den Iran – die größte Bloggernation – mit einer persischen Sprachversion anzugehen.

Weitere Informationen:

Ein sehr interessantes Interview mit Rias hab ich bei Cem Basman gefunden.

30. März 2009 - 14:28 Uhr

Die Geschäftsmodelle im Internet - eine Meta-Analyse

Verfasst von: Daniel Verst

Google hat es gefunden, StudiVZ, Twitter und viele mehr sind noch auf der Suche. Auf der Suche nach einem nachhaltigen Geschäftsmodell. Fälschlicherweise wird Geschäftsmodell oft mit Ertragsmodell gleichgesetzt.* Dennoch: aufgrund der Verifizierbarkeit, wird in diesem Artikel der Fokus auch auf dem Ertragsmodell, als Teil des Geschäftsmodells, liegen.

Dan Zambonini von BOXUK hat sich die Mühe gemacht und die Webware 100 Top Web Apps 2008 bzgl. Ihres Ertragsmodells untersucht und eingeordnet. Insgesamt werden 25 verschiedene Geschäftsmodelle unterschieden. Über die Trennschärfe lässt sich allerdings diskutieren.

Eine grobe Einteilung erfolgt in Immediate Revenue (direkter Umsatz), Long-Term Revenue (nachgelagerte Umsätze) und Meta-Models. Die Modelle, die auf “Immediate Revenue” setzen, sind am besten ausdifferenziert. Hier finden sich bekannte Modelle wie Subskription, Werbung und Pay-per-Use wieder.

Die Geschäftsmodelle im Vergleich

Ordnet man die Dienste einem Ertragsmodell zu und vergleich sie, so sieht das Ergebnis wie folgt aus:

“Beliebtestes” Geschäftsmodell mit 34% ist Werbung (Advertising/I.T.A). Es folgt mit einigem Abstand (12%) das sogenannte “Freemium-Modell” (I.S.V), also eine Kombination aus frei zugänglichen Inhalten und Inhalten/Funktion, für die ein Entgelt entrichtet werden muss. An dritter Stelle, mit jeweils 8%, folgen der Verkauf von digitalen Produkten (I.P.V), Affiliate-Programme (I.T.R), und Micropayments (I.P.U).

Direkte Umsätze dominieren Geschäftsmodelle im Internet

Die Analyse macht deutlich, dass Ertragsmodelle, die direkte Umsätze liefern, deutlich mehr eingesetzt werden als Modelle, die nachgelagert Umsätze generieren. Durchaus interessant ist, dass Werbung weiterhin als DAS Geschäftsmodell im Internet gilt. Und das obwohl die Preise in diesem Bereich in den letzten Jahren extrem zurückgegangen sind und wohl auch noch weiter einbrechen werden. Etwas verwunderlich aus meiner Sicht ist, dass die reinen E-Commerce Dienste keinen großen Anteil besitzen. Wahrscheinlich würden Sie im Diagramm wesentlich deutlicher - die anderen Dienste überdenkend? - zu sehen sein, wenn man anstatt reiner Akkumulation der Modelle, die stattfindende Umsätze hinterlegen würde.

Umsatz ungleich Gewinn

Um auf die Einleitung zurückzukommen. Zunächst besteht ein Geschäftsmodell aus mehr als einem Ertragsmodell. Aber auch ein Ertragsmodell muss nachhaltig ausgerichtet sein. Nachhaltigkeit heißt in diesem Zusammenhang, dass die Umsätze, die ein Unternehmen generiert, die Kosten decken und insgesamt ein Gewinn erwirtschaftet wird.

*Im Rahmen meiner Diplomarbeit (hier kostenlos herunterladen) habe ich mich detailliert mit Geschäftsmodellen im Internet auseinandergesetzt.

30. März 2009 - 12:14 Uhr

Hilfe! Wie bewältigt Ihr die Flut an Kundenmails?

Verfasst von: Andreas Dengler

Aus aktuellem Anlass hier mal wieder ein kurzes Off-Topic, das nicht unmittelbar was mit dem Thema dieses Blogs zu tun hat.

E-Mail-Response-Management

Der ein oder andere von Euch kennt das Problem sicherlich. Die Beta-Version eines Projekts ist online und die ersten Kunden stehen vor der Tür, welche gleichzeitig eine Flut an Supportmails verursachen (schließlich ist das Projekt ja noch nicht zu 100% rund und im Beta-Stadium). Macht man sich nun an die Arbeit die Kundenanfragen zu bearbeiten, ist man recht schnell überfordert, wenn man die Aufgabe über Outlook im Team bewältigen möchte.

Aus diesem Grund meine Frage: Welche Software setzt Ihr zur Bearbeitung von Kundenanfragen im Team ein? Wie zufrieden seid Ihr mit der eingesetzten Lösung?

Kurzumfrage

Hierzu gibt es auch eine kleine Umfrage (Zeitaufwand: ca. 2-3 Minuten), über welche Ihr Euer Meinung äußern könnt: http://bit.ly/M5C7o. Die Ergebnisse der Umfrage werden selbstverständlich der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

Würde mich über zahlreiches Feedback sehr freuen! Selbstverständlich steht auch hier im Blog die Kommentarfunktion für Meinungen offen. Tausend Dank!

P.S.: Unter allen Umfrageteilnehmern werden zwei Amazon-Gutscheine im Wert von jeweils 20 Euro verlost.

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